Wirtschaft
30.11.2018

Millionenpleite eines bekannten Motorenherstellers -159 Jobs wackeln

Das Traditions-Unternehmen ist seit 2012 in chinesischer Hand und stellt Bootsmotoren her. 159 Jobs sind betroffen.

Eigentlich sollte der Traditionsbetrieb über 30,27 Millionen Euro Stammkapital verfügen, doch jetzt sitzt er auf einem Schuldenberg von rund 23 Millionen Euro. Die Steyr Motors GmbH mit Sitz in Steyr-Gleink hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Steyr beantragt, das laut Creditreform, KSV1870 und AKV bereits eröffnet wurde. Das Unternehmen, das seit 2012 in chinesischer Hand ist, stellt Verbrennungsmotoren und Turbinen vor allem für Boote und Schiffe sowie für die Industrie her. 159 Mitarbeiter und 720 Gläubiger sind betroffen. Vor zwei Jahren wurden noch 185 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Unternehmen soll fortgeführt und saniert werden. Den Gläubigern sollen 20 Prozent Quote geboten werden.

Das Unternehmen gehört der Steyr Motors ( Jiangsu) Investment C. Ltd mit Sitz in Wujin in der Provinz Jiangsu (Changzhou). "Die Ursachen der eingetretenen Zahlungsunfähigkeit liegen auf  im erfolgten Personalabbau, im teilweisen Verlust von Schlüsselarbeitskräften sowie im Rückgang der Produktion auf Grund von Liquiditätsengpässen begründet", heißt es im Insolvenzantrag. "Bereits im Juli dieses Jahres wurde über Verluste und Personalabbau in der Presse berichtet. Als Überbrückungshilfe wurde von den chinesischen Eigentümern eine Finanzspritze in Millionenhöhe zur Verfügung gestellt, um offene Forderungen zu decken. Letztlich hätten, heißt es weiter, die mit der Alleingesellschafterin sowie mit potenziellen Investoren geführten Verhandlungen das Liquiditätsproblem nicht lösen können und musste sich die Schuldnerin die Zahlungsunfähigkeit eingestehen."

Der Hintergrund

Bereits 2015 wies das Unternehmen einen operativen Verlust in Höhe von 2,935 Millionen Euro und einen Verlustvortag in Höhe von 6,564 Millionen Euro aus. In Jahr darauf wurde der Verlustvortrag nur etwas geringer. Nach einem Rekordumsatz im Jahr 2015 mit 40,98 Millionen Euro, sank dieser 2016 laut Firmencompass auf 36,19 Millionen Euro. Steyr Motors hat je eine Tochterfirma in Nordamerika und in Hong Kong.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten beziffert der KSV1870 mit rund 23 Millionen Euro, eine Betriebsliegenschaft ist mit dem Hypothekarpfandrecht einer Bank in Höhe von 5,5 Millionen Euro belastet; auf die zweite Betriebsliegenschaft hat die Steyr Regionalentwicklung GmbH eine Vorkaufsrecht.

Die Privatisierung

Steyr Motors war 2001 vom früherer SPÖ-Minister Rudolfs Streicher übernommen worden und wurde im Herbst 2012 an Chinesen verkauft.