Wirtschaft
22.08.2018

Millionenpleite einer Metallbaufirma

Das Unternehmen strebt laut AKV eine Fortführung an und verweist auch auf eine günstige Auftragslage.

Forderungsausfälle durch Insolvenzen und nicht bezahlte Rechnungen durch Mängeleinreden von Kunden haben die VSD Verient Stahl Design, Stahl- Maschinen-Betriebs- und Anlagenbauges.m.b.H. mit Sitz in Selzthal in die Pleite schlittern lassen. Das Unternehmen hat laut AKV eine Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit eingestanden und beim Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen strebt laut AKV jedenfalls eine Fortführung an und verweist auch auf eine günstige Auftragslage.

„Die Konkursgläubiger sollen 20 Prozent ihrer Forderungen in zwei Teilquoten-Raten erhalten, davon bereits die Hälfte innerhalb von 14 Tagen nach Annahme des Sanierungsplanvorschlages, die weitere Teilbarquote von zehn Prozent ein Jahr nach Annahme des Sanierungsplanvorschlages durch die Konkursgläubiger“, heißt es dazu vom Gläubigerschutzverband AKV.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2002 gegründet und gehört der Familie Verient. Unternehmensgegenstand ist der Stahl- und Anlagenbau, insbesondere die Herstellung von Metallkonstruktionen. Im schuldnerischen Unternehmen sollen zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung elf Dienstnehmer beschäftigt sein. VSD Verient Stahl erwirtschaftete in den Jahren 2015 einen Umsatz in Höhe von 1,63 Millionen Euro und im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von rund 1,44 Millionen Euro und schrieb noch Gewinne.

Hinsichtlich der Insolvenzursachen führt man aus, dass man bereits in der Vergangenheit aufgrund von Insolvenzen immer wieder höhere Forderungsausfälle erlitten hat“, heißt es weiter. „Mitte Juli des heurigen Jahres sollen zudem zwei Forderungen strittig geworden sein - und nach dem Standpunkt des schuldnerischen Unternehmens - vollkommen ungerechtfertigt Mängel behauptet worden sein, sodass die Nichtbezahlung der Rechnungen angekündigt wurde. Es geht um ein Forderungsvolumen von in Höhe von rund 180.000 Euro, sodass auch keine Liquidität mehr gegeben war.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten sollen rund 1,1 Mio. betragen, davon entfallen 560.000 Euro auf Banken und 342.000 Euro auf Lieferanten. Die restlichen Verbindlichkeiten verteilen sich auf öffentliche Abgaben und ein Privatdarlehen. Die Aktiva werden mit 343.000 Euro beziffert. „Es werden kurzfristig einbringliche Außenstände in der Höhe von 210.000 Euro angeführt, sodass die vorhin erwähnten strittigen Außenstände in der Höhe von 180.000 Euro im Vermögensstatus nicht mehr berücksichtigt sein dürften. Die Ansprüche aus den beiden Projekten werden jedoch abzuklären sein“, heißt es weiter. „Zu hinterfragen wird auch ein, dass per 31.Dezember 2016 noch ein Bilanzgewinn ausgewiesen war, sodass die tatsächliche Vermögenslage erst zu eruieren sein wird. Es wird daher auch ein konkreter Sanierungsplan erst auszuhandeln sein.“