500 Millionen Euro Schaden durch Scheinfirmen

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Rechtskräftige Verurteilungen gegen Scheinunternehmen haben sich von 2024 auf 2025 mehr als verdoppelt.

Zusammenfassung

  • Scheinfirmen verursachten 2025 einen Schaden von rund 500 Millionen Euro für die öffentliche Hand, vor allem durch entfallene Sozialversicherungszahlungen.
  • Die Zahl der Verurteilungen gegen Scheinunternehmen hat sich 2025 im Vergleich zu 2024 mehr als verdoppelt, was unter anderem auf eine Gesetzesänderung und verstärkte Kontrollen zurückgeführt wird.
  • Mehr als die Hälfte des Schadens entfällt auf Sozialversicherungsbeiträge, ein Fünftel auf Lohnsteuer, der Rest auf ungerechtfertigte Betriebsausgaben und Vorsteuerabzug.

Scheinfirmen haben der öffentlichen Hand 2025 einen Schaden von rund 500 Millionen Euro verursacht. Das teilte das Finanzministerium am Dienstag anlässlich einer Tagung zum Thema Betrugsbekämpfung mit. 

Die rechtskräftigen Verurteilungen gegen Scheinunternehmen haben sich demnach von 2024 auf 2025 mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr habe das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) 411 Fälle abgeschlossen, nach 197 Fällen im Jahr davor.

Das Ministerium erklärt den Anstieg unter anderem mit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2024. Hier sei die Definition des Scheinunternehmens erweitert worden. Auch verstärkte Kontrollen und "Versuche der Wirtschaft in herausfordernden Zeiten Wege der Kostenminimierung zu suchen" hätten dazu beigetragen. 2023 seien 149 Fälle rechtskräftig abgeschlossen worden, 2020 waren es 56 Fälle.

Sozialversicherungsentfall als größter Brocken

Von den rund 500 Mio. Euro Schaden sei mehr als die Hälfte auf den Entfall von Sozialversicherungszahlungen zurückzuführen. Gut ein Fünftel gehe auf entfallene Lohnsteuern zurück. Der Rest sei durch ungerechtfertigte Betriebsausgaben sowie unerlaubten Vorsteuerabzug entstanden.

"Scheinunternehmen, die teilweise mit extrem komplexen Strukturen agieren, betrügen den Staat und oft auch Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, die Sozialversicherung und die ehrlichen Unternehmen", sagt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) in einer Aussendung. "Dort, wo es notwendig ist, werden wir die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter schärfen, um einen fairen Arbeitsmarkt sicherzustellen", pflichtet ihm Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) bei.

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