Wirtschaft
01.12.2017

Millionen-Pleite einer Elektrogeräte-Firma

Gläubiger können mit maximal acht Prozent Quote rechnen. Acht Prozent haben sie bereits im ersten Insolvenzverfahren erhalten.

Genau vor einem Jahr wurde über die Stöhr GmbH mit Sitz in der Samuel-Morse-Straße in Wiener Neustadt, die damals noch TEMA Electronic Service & Vertriebs GmbH hieß, ein Sanierungsverfahren eröffnet. Acht Prozent Quote wurden an die Gläubiger ausgeschüttet. Doch jetzt ist mit der Sanierung Schluss. Sie ist laut den Gläubigerschutzverbänden Creditreform, KSV1870 und AKV gescheitert. Am Freitag wurde ein Konkursverfahren eröffnet. 26 Mitarbeiter und 108 Gläubiger sind betroffen.

Die Hintergründe

Dem Vernehmen nach gelang es dem Unternehmen zwar, dass die Ertragssituation im Zuge der Restrukturierung ausgeglichen ist, aber es ist nicht gelungen, den Standort in Eisenstadt positiv zu gestalten und die hohen Mietkosten für die Zentrale in Wiener Neustadt zu reduzieren. So soll es in Eisenstadt rechtlich keine Möglichkeit geben, den Mietvertrag in einer annehmbaren Frist aufzulösen. Er soll jetzt per 31. Dezember 2018 gekündigt worden sein, was folglich zu enormen Schließungskosten führt.

Zugleich muss das Unternehmen einräumen, dass keine Überschüsse erwirtschaftet wurden und somit auch die Gläubigerquote nicht bedient werden kann. Die Fortbestehungsprognose konnte nicht mehr als positiv dargestellt werden. Zwar wurde über den Lagerabbau eine Finanzierung ermöglicht, aber durch weitere Reduktion des Lagers kann „ein sinnvolles Geschäft“ nicht mehr betrieben werden.

Das Vermögen

Die Aktiva haben einen Zerschlagungswert in Höhe von 240.000 Euro, davon entfallen 50.000 Euro auf das Anlagevermögen, 100.000 Euro auf das Warenlager, 75.000 Euro auf offene Forderungen und 15.000 Euro auf Bankguthaben.

Die Schulden

Die Passiva werden mit 3,1 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 2,6 Millionen Euro auf Altverbindlichkeiten und 500.000 Euro auf neue Schulden. Etwa 153.000 Euro schuldet der Betrieb seinen Mitarbeitern. Die Löhne und Gehälter für November wurden nicht mehr bezahlt.

Insgesamt 2,874 Millionen Euro Schulden sind unbesichert und müssen zur Quotenberechnung herangezogen werden. Dem Vernehmen nach soll abzüglich der Schließungs- und verfahrenskosten rund acht Prozent Quote herausspringen.

Das Unternehmen soll laut Creditreform und KSV1870 nur noch kurzfristig fortgeführt werden, um das Weihnachtsgeschäft abzuwickeln. Ein neuer Sanierungsplan wird nicht gestellt.