MERKUR und BILLA werden im April eine Familie: BILLA und BILLA Plus

┬ę REWE Group / REWE Group

Wirtschaft
01/29/2021

Markenartikler wollen nach Merkur-Aus "faire Chance" bei Billa

Die Produzenten machen sich Sorgen, dass noch mehr Handelsmarken in den Regalen stehen.

Der Markenartikelverband hat heute vorsichtig auf das gestern verk├╝ndete Ende f├╝r die Marke Merkur und die Umwandlung der Merkur-M├Ąrkte in "Billa Plus" reagiert. Der Schritt des Eigent├╝mers, des Rewe-Konzerns, sei im scharfen Wettbewerb der Lebensmittelhandelsketten verst├Ąndlich, sagte der Gesch├Ąftsf├╝hrer des ├ľsterreichischen Verbandes der Markenartikelindustrie, G├╝nter Thumser. Man erwarte aber nun eine "faire Chance" f├╝r Markenartikel gegen├╝ber den Handelsmarken.

Faire Chance

Darunter verstehen die Markenartikler, dass der Handel neue Produkte der Hersteller auch so platziere, dass das Produkt eine Chance habe - "nicht irgendwo ganz oben, oder daneben sofort ein sehr ├Ąhnliches Angebot 30, 40 Prozent g├╝nstiger". Dann w├╝rde das Innovations-Produkt des Herstellers die gesamten Entwicklungskosten tragen, aber nur als "Schuhl├Âffel" dienen und als Vorlage f├╝r den Eigennutz verwendet. "Das ist nicht fairer Wettbewerb", betonte Thumser bei einer Online-Pressekonferenz am Freitag.

Der Handel gehe bei den eigenen Marken n├Ąmlich mit ganz anderen Ma├čst├Ąben in die Preiskalkulation. Die Herstellermarken h├Ątten einen viel h├Âheren Entwicklungsaufwand. "Es ist nat├╝rlich unfair, wenn man nur die Regalpreise vergleicht. Man sollte sich auch mit dem Durchschnittspreis bzw. den Aktionspreisen der Hersteller besch├Ąftigen." Beim gezielten Einkauf sei die Preisdifferenz gar nicht mehr so gro├č, sondern betrage nur mehr 10, 15 Prozent, meint der Verbands-Gesch├Ąftsf├╝hrer.

"Weinendes Auge"

Mit Merkur werde eine "sehr wertvolle und nachhaltig aufgebaute Premiummarke" abgeschaltet, so Thumser. Der f├╝r den Markenartikelverband t├Ątige Werber Mariusz Jan Demner sieht den Schritt von Rewe "mit einem weinenden Auge". Seine Agentur arbeite n├Ąmlich f├╝r Merkur, man habe beim Aufbau der Marke geholfen. Die Entscheidung des Managements wolle er nicht kommentieren. "Wir k├Ânnen nur hoffen, dass die k├╝nftige Entwicklung die Marken in ihrem Stellenwert im Regal bel├Ąsst, und sie auch versteht als wichtige Kundenbringer."

Der Verband der Markenartikelindustrie f├╝hrt seine j├Ąhrliche Kampagne, die zum Kauf von Markenprodukten verf├╝hren soll, auch heuer durch. Das Motto: Besser mit der Marke. Daf├╝r werden von Plakaten ├╝ber TV-Buchungen bis zum Online-Spiel verschiedene Werbeformen genutzt. Der Bruttowert der Kampagne liegt laut Demner bei ├╝ber 2,2 Millionen Euro in einem Monat. "Das wird eine sehr sichtbare Kampagne sein", ist der Werber ├╝berzeugt. Marken st├╝nden gerade in der Krise f├╝r Vertrauen und Sicherheit.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare