Software-Probleme bei Airbus: 6.000 Flugzeuge betroffen, Absage dutzender Flüge

Airbus issues major A320 recall
Nötiges Update sorgt für Flugabsagen und Verspätungen auf Flughäfen weltweit.

Zusammenfassung

  • Airbus musste bei rund 6.000 Flugzeugen der A320-Familie weltweit ein Software-Update durchführen.
  • Weltweit kam es dadurch zu Flugausfällen und Verspätungen, unter anderem bei ANA, Air France, American Airlines und Lufthansa.
  • Die Arbeiten an den betroffenen Maschinen sollten bis Sonntag abgeschlossen sein, dennoch wurden Passagiere vor weiteren Störungen gewarnt.

Der Flugzeugbauer Airbus musste am Freitag die Software bei Tausenden seiner Flugzeuge weltweit aktualisieren. Anlass dafür war ein Zwischenfall bei einem Flugzeug der A320-Familie Ende Oktober. Dabei hat sich laut Airbus gezeigt, dass intensive Sonneneinstrahlung Daten beschädigen könne, die für die Steuerung wichtig seien.

Noch am Samstag arbeiteten weltweit Fluggesellschaften unter Hochdruck daran, das Software-Problem bei den Airbus-Maschinen aus der A320-Familie zu beheben. Sie mussten dazu am Freitag und Samstag kurzfristig neue Software aufspielen. 

Ein Konzernsprecher schätzte, dass insgesamt etwa 6.000 Flugzeuge betroffen sein dürften. Bis Samstag früh meldeten mehrere Airlines rasche Fortschritte. Dennoch wurden Dutzende Flüge gestrichen und Passagiere vor etwaigen Verspätungen gewarnt.

Passengers queue at ANA cancellation counter after the company cancelled flights due to the Airbus A320 recall at Haneda aiport in Tokyo, Japan

Gestrandete Passagiere der japanischen Fluglinie ANA

ANA musste 65 Flüge absagen

Japans größte Fluggesellschaft ANA sagte 65 Flüge wegen des Problems ab. Auch am Sonntag könne es noch zu Störungen im Flugverkehr kommen, hieß es. In Indien musste nach Angaben der dortigen Flugaufsichtsbehörde bei insgesamt 338 Maschinen die Software aktualisiert werden. Bis Sonntag dürften die notwendigen Arbeiten abgeschlossen sein.

 Air India teilte mit, es sei mit keinen größeren Auswirkungen zu rechnen. Allerdings könne es bei einigen Flügen zu Verspätungen oder Umbuchungen kommen. Ähnlich äußerten sich Fluggesellschaften in Australien und Südkorea.

Mehr als 200 Flieger bei American Airlines betroffen

Bei American Airlines waren nach Unternehmensangaben 209 Flugzeuge betroffen. Die Fluggesellschaft gab sich aber zuversichtlich, dass bis Samstagvormittag (Ortszeit USA) nahezu alle Maschinen auf dem neuen Software-Stand sein dürften. In den USA läuft wegen des Thanksgiving-Familienfests das verkehrsreichste Reisewochenende des Jahres. 

COLOMBIA-AVIATION-VENEZUELA-US

Geringere Auswirkungen in Europa

Die AUA-Mutter Lufthansa begann bereits am Abend mit der Umsetzung der von Airbus vorgeschriebenen Maßnahmen. Ein Großteil der Software-Updates konnte bereits in der Nacht sowie am Samstagvormittag durchgeführt werden, wie ein Sprecher mitteilte. "Es kommt voraussichtlich zu keinen Flugstreichungen bei den Airlines der Lufthansa Group aufgrund der Situation, dennoch können vereinzelte Verspätungen am Wochenende nicht ausgeschlossen werden."

In Großbritannien erklärte Verkehrsministerin Heidi Alexander bereits am Freitagabend, dass nur eine kleine Zahl an Flugzeugen betroffen sei. Die Flughäfen in London erwarteten keine oder nur vereinzelte Auswirkungen auf den Flugverkehr. Air France strich am Freitag 35 Flüge, rechnete nach einzelnen Ausfällen am Samstag aber mit einer schnellen Rückkehr zu einem gewöhnlichen Betrieb.

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