Lenzing-Faserwerk in Heiligenkreuz (Burgenland)

© KURIER/Roland Pittner

Faserhersteller
03/21/2017

Lenzing investiert rund 70 Millionen Euro im Südburgenland

Der Spezialfaserhersteller plant eine Kapazitätserweiterung um etwa 25.000 Tonnen am Standort Heiligenkreuz. Analysten prognostizieren der Lenzing-Gruppe für 2016 ein kräftiges Ergebnis-Plus.

Die Lenzing-Gruppe hat am Dienstag den Spatenstich für den weiteren Ausbau des Werks in Heiligenkreuz (Bezirk Jennersdorf) gesetzt. Rund 70 Mio. Euro sollen in den nächsten zwölf Monaten in den Standort investiert werden, gab Lenzing-Vorstandschef Stefan Doboczky bekannt. Die Investition soll zusätzliche Kapazitäten von etwa 25.000 Tonnen an Premium-Spezialfasern jährlich bringen.

Diese sollen ab Ende des ersten Quartals 2018 zur Verfügung stehen. "Damit reagieren wir auf die weltweit starke Nachfrage nach neuartigen Tencel Premium-Fasern wie die Refibra-Faser, in der Zuschnittabfälle aus der Produktion von Baumwollbekleidung und aus Holz als Rohstoff vereint sind", meinte Doboczky.

Die umweltfreundliche Spezialfaser Lyocell, welche unter dem Markennamen TENCEL vertrieben wird, wird bereits seit 20 Jahren im Südburgenland hergestellt. In den zwei Jahrzehnten wurden fast 700.000 Tonnen anholzbasierten Fasern in Heiligenkreuz produziert und insgesamt rund eine dreiviertel Mrd. Euro in den Auf- und Ausbau investiert. An die 230 Personen sind am Standort beschäftigt.

Riesen-Anlage in den USA

Ende 2016 sorgte das Unternehmen mit einer 275-Millionen-Euro-Investition für ein Faserwerk in den USA für Aufsehen. Die neue Anlage soll mit einer Kapazität von 90.000 Tonnen das größte Tencel-Faserwerk der Welt werden und im ersten Quartal 2019 in Betrieb gehen.

Nun wird aber auch wieder in den burgenländischen Standort investiert.

Prognosen: Lenzing-Ergebnis verdoppelt

Analysten prognostizieren für die am Mittwoch anstehenden Ergebnisse der Lenzing-Gruppe für das Geschäftsjahr 2016 ein leichtes Umsatzplus und kräftige Anstiege der wichtigsten Ergebniskennzahlen. Das Mittel der Schätzungen von Erste Group, Baader, Deutsche Bank und Raiffeisen Centrobank (RCB) für den Umsatz liegt bei 2,14 Mrd. Euro. Gegenüber 2015 wäre das ein Plus von acht Prozent.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) wird im Mittel der Schätzungen mit einem Plus von 49 Prozent bei 432,4 Mio. Euro erwartet. Das Betriebsergebnis (EBIT) prognostizieren die Analysten im Schnitt bei 299,9 Mio. Euro - gegenüber dem Vorjahr wäre das eine knappe Verdopplung. Unterm Strich wird ein um 83 Prozent höherer Nettogewinn von 227,2 Mio. Euro erwartet.

Sehr positiv dürfte sich in den Zahlen die jüngste Erholung der Preise von Viskosefasern ausgewirkt haben, sind sich die Analysten einig. Ein zusätzlicher Schub dürfte von guten Finanzergebnissen nach dem Verkauf eines Teils der Beteiligung an EQUI-Fibres gekommen sein. Lenzing selbst hatte bereits Ende Februar eine Erhöhung der Dividende von 2 auf 3 Euro je Aktie plus einer zusätzlichen Sonderdividende von 1,2 Euro in Aussicht gestellt.

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