Lego-CEO Bali Padda in Billund, Dänemark

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Spielwaren
03/09/2017

Lego-Boom ist etwas abgeflaut

Chef Bali Padda: Wachstum der letzten Jahre war übernatürlich - Großes Wachstumspotenzial in China.

Der dänische Spielzeugriese Lego hat im vergangenen Jahr abermals Rekorde verbucht - der ganz große Höhenflug scheint aber nun vorbei. Beim Umsatz legte das Unternehmen von 35,8 auf 37,9 Mrd. Kronen (5,1 Mrd. Euro) zu. Der Gewinn kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr nur leicht von 9,2 auf 9,4 Mrd. Kronen. Das ist das geringste Wachstum seit 2007.

„Das Wachstum, das wir in den letzten zehn Jahren hatten, war übernatürlich“, sagte Lego-Chef Bali Padda am Donnerstag. Er sprach von einem „fantastischen Resultat“ für 2016. Padda hatte im Dezember die Nachfolge von Jörgen Vig Knudstorp angetreten, der seit 2004 Lego-Chef gewesen war. Vig Knudstorp leitet seitdem die neue Unternehmenseinheit Lego Brand Group und soll von Mai an dem Aufsichtsrat vorstehen.

Batman Movie als Zugpferd

Padda will künftig auf „nachhaltiges Wachstum setzen“ - erwartet für 2017 aber auch wieder mehr Auftrieb. „Unser Plan ist, die kommerzielle Dynamik am Laufen zu halten“, sagte Padda. Großes Wachstumspotenzial sieht Lego in China.

Der im Februar in deutschen Kinos gestartete Animationsfilm „The LEGO Batman Movie“ dürfte die Verkäufe genauso in die Höhe schrauben wie der für September geplante Film zur Lego-Serie „Ninjago“ und der Start des Star-Wars-Films, zu dem der Bausteinproduzent passende Sets auf den Markt bringt.

Beliebtestes Thema: Star Wars

Die Star-Wars-Steinchen gehörten im vergangenen Jahr zu den beliebtesten Produkten des Spielzeugbauers. Besonders begehrt waren nach Lego-Angaben außerdem die klassischen Sets Ninjago, Lego City, Duplo und Lego Friends.

Zudem brachten die Dänen mehr als 335 neue Produkte auf den Markt, darunter Lego Nexo Knights. Diese Plattform verbindet das Spielen mit Figuren und Bausteinen mit einer digitalen App auf dem Smartphone: Wer das Wappen der Lego-Ritter scannt, erhält neue Fähigkeiten.

Anpassung an veränderte Welt

„Es ist eine Anerkennung der Tatsache, dass Kinder heute in einer anderen Welt leben“, sagte Marketing-Chefin Julia Goldin der Deutschen Presse-Agentur. „Wir müssen mit ihnen in einer Weise begegnen, die für sie Sinn macht.“ Dabei sollen unter anderem eine neue App, mit der sich Kinder wie in einem sozialen Medium austauschen können, und der Roboter-Bausatz Lego Boost, mit dem sie selbst programmieren können, helfen.

Trotzdem dürfe die Konzentration auf den Bauklotz, die Lego nach eigenen Angaben um 2004 aus der Krise geholfen hatte, nicht verloren gehen, mahnte Padda. „Wir glauben, dass das physische Spiel sehr wichtig für ein Kind ist.“ Der Spielzeughersteller, der in diesem Jahr sein 85-jähriges Bestehen feiert, hat 19.000 Mitarbeiter.

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