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Wirtschaft
03/15/2020

Coronavirus: An den Öffnungszeiten wird nicht gedreht

Handelsverband lehnt Vorschlag der Gewerkschaft ab und hält Änderung für nicht nötig.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Randzeiten. Der Ansturm auf die Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäfte hat erneut die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) auf den Plan gerufen. Aufgrund der Hamsterkäufe will die GPA die Öffnungszeiten im Lebensmittelhandel in der Früh und am Abend einschränken – auf 8.30 Uhr bis maximal 17.00 bis 18.00 Uhr.

Die GPA behauptet, dass die Beschäftigten im Lebensmittelhandel überlastet seien und der Warentransport nur noch mittels Nachtschichten zu bewältigen sei.

Harmonie in SV-Trägern funktioniert nicht klaglos, so Teiber

„Mich erreichen dramatische Berichte von Mitgliedern und Betriebsräten. Die Filialen sind überfüllt und es spielt sich dort ordentlich ab. Es stehen 30 Leute an einer Kasse“, sagt GPA-Chefin Barbara Teiber zum KURIER. „Ich habe von den Betriebsräten gehört, dass sie es für sehr sinnvoll halten, dass man die Öffnungszeiten an den Randzeiten einschränkt, weil die Kollegen sind wirklich verzweifelt. Die Filialen sind zum Teil unterbesetzt.“ Nachsatz: „Und um vier Uhr in der Früh anzufangen, um Waren einzuschlichten, ist schon viel verlangt.“

Laut Teiber können die Österreicher mittlerweile durch die Homeoffice-Verordnung ja vorwiegend tagsüber einkaufen. „Wir fordern auch, dass man Security–Mitarbeiter vor die Filialen stellt und die Kunden nur geordnet einlässt“, sagt Teiber.

Indes hält der Handelsverband nichts von den Vorschlägen der Gewerkschaft. „Die bestehenden Öffnungszeiten im Lebensmittelhandel bleiben aufrecht wie bisher“, sagt Rainer Will vom Handelsverband zum KURIER. „Wir stellen nicht nur die Nahversorgung zu 100 Prozent sicher. Sondern wir signalisieren der Bevölkerung ganz klar, dass sie die Produkte zu den gewohnten Zeiten beschaffen und bekommen können. Das wird auch so bleiben.“

Laut Will leisten die Handelsangestellten einen großen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Was man derzeit überhaupt nicht brauchen könne, sei eine Verunsicherung der Bevölkerung. Die Lager sind voll. Es könne aber schon einmal vorkommen, dass ein Regal nicht schnell genug befüllt ist.

„Die Mitarbeiter müssen weder früher noch später aufstehen, weil die Öffnungszeiten gleich bleiben“, sagt Will zum KURIER. „Die Sorge der Gewerkschaft ist unbegründet. Wir stellen derzeit Mitarbeiter zwecks Unterstützung und Aufstockung ein.“

Auch hält es der Handelsverband für nicht erforderlich, flächendeckend Security–Mitarbeiter vor die Filialen zu stellen. Der Rewe-Konzern teilt dem KURIER mit, dass Securitys bereits dort eingesetzt werden, wo es notwendig ist.Kid Möchel

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