Coronavirus outbreak in Austria

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Wirtschaft
03/25/2020

Laudamotion führt Geisterflüge durch

Um die Flugfähigkeit der Flugzeuge zu erhalten, fliegen die Maschinen ohne Passagiere. Experten betrachten das als Finte.

Die österreichische Ryanair-Tochter Laudamotion führt seit der Einstellung des regulären Flugbetriebs wegen des Coronavirus sogenannte Leerflüge durch. Für Mittwoch waren vier solcher Flüge mit Start und Ankunft in Wien-Schwechat auf der Webseite des Flughafens aufgelistet. Von anderen Airlines in Wien ist die Praxis nicht bekannt.

"Nicht ökologisch"

Gegenüber der APA erklärte Laudamotion, man führe derzeit "Technikflüge" durch, um die Flugtauglichkeit der Flotte jederzeit sicherzustellen. Laut dem Luftfahrtportal "Austrian Wings" sind solche Flüge, bei denen die Flugzeuge im österreichischen Luftraum kreisen, aus technischer Sicht jedoch nicht nötig. Die Flugfähigkeit könne auch am Boden durch umfangreiche Wartungsmaßnahmen erhalten werden.

Wie die APA erfuhr, wird in Luftfahrtkreisen vermutet, dass Laudamotion diese Leerflüge macht, weil sie viele Piloten, aber weniger Techniker in Wien haben und sich so die aufwendige Wiederinbetriebnahme, die nach 48 Stunden Stehzeit nötig wird, ersparen wollen. "Also sie lösen den Zustand, die Flugzeuge bereit zu halten, über Leerflüge, ökologisch betrachtet nicht so super", so der Insider.

AUA-Flotte großteils "eingewintert"

Bei der größten heimischen Fluglinie, der Austrian Airlines, ist dagegen ein Großteil der Flotte stillgelegt. AUA-Chef Alexis von Hoensbroech sagte vergangene Woche, man habe die Maschinen "eingewintert". So wurden beispielsweise die Triebwerke mit Planen abgedeckt. Die AUA-Techniker müssen aber etwa die Ruder weiterhin regelmäßig bewegen, damit diese nicht korrodieren. Auch die Lager müssen laufend geschmiert werden. Bei längeren Stehzeiten müssen Tests gemacht werden, wie eine Triebwerksüberprüfung.

Die EU will ebenfalls Leerflüge verhindern, allerdings aus anderen Gründen.  Fluggesellschaften müssen ihre Start- und Landerechte an großen Verkehrsflughäfen während eines Flugplans zu 80 Prozent tatsächlich nutzen, um die gleichen Slots in der folgenden Saison zu behalten.

Weil die Fluggastzahlen infolge der Coronavirus-Krise deutlich zurückgegangen sind, haben etliche Airlines ihre Flugpläne in den vergangenen Wochen stark zusammengestrichen. Damit laufen sie Gefahr, ihre Start- und Landerechte zu verlieren. Diese Regelung soll nun ausgesetzt werden.