KV-Verhandlungen: Eisenbahner kommen dem Ziel ein Stück näher

24-STÜNDIGER WARNSTREIK DER GEWERKSCHAFT VIDA
Arbeitgeber und Arbeitnehmer suchen noch nach Detaillösungen, es spießt sich bei niedrigeren Einkommen.

Bei den Lohnverhandlungen für die Eisenbahner bleibt es weiterhin spannend. Im Bahnsektor stehen nach einem Warnstreik vor 14 Tagen und Gesprächen in der Vorwoche sowie zu Wochenbeginn heute Vormittag weitere Verhandlungen an.

Positive Stimmung

Es soll einen Zwei-Jahres Kollektivvertrag mit mehreren Erhöhungen geben. Beide Seiten gehen grundsätzlich optimistisch in die Gespräche. Zuletzt lagen die Forderungen der Gewerkschaft aber noch deutlich über dem Angebot der Arbeitgeber.

Mittlerweile dürfte man sich bei den Positionen näher gekommen sein. "Die Stimmung ist positiv und konstruktiv", hatte Thomas Scheiber, Geschäftsführer der Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn, von der Arbeitgeber-Seite am Montag berichtet. "Die Verhandlungen sind nicht gescheitert, sondern nur vertagt. Es geht um Detaillösungen", ergänzte Scheiber.

Auch ÖBB-Zentralbetriebsrat Gerhard Tauchner von der Arbeitnehmer-Seite hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt: "Wir sind uns näher gekommen. Aber es spießt sich bei den mittleren und unteren Einkommen." Vor allem hier forderte er gestern eine deutliche Anhebung.

"Viel gerechnet"

"Wir haben in der Vorwoche viel gerechnet", hieß es von Seiten der Arbeitgeber. Aber auch die Arbeitnehmervertreter hätten ihre Positionen nochmals durchgerechnet, ist aus Verhandlungskreisen zu hören. Allerdings müsse es ein deutlich besseres Angebot geben.

Die Gewerkschaft Vida forderte zuletzt eine Lohnerhöhung des KV-und Ist-Lohnes um 400 Euro. Dies entspräche einer durchschnittlichen Erhöhung um 12 Prozent. Die Arbeitgebervertreter boten zuletzt 8,4 Prozent bzw. eine Mindesterhöhung von 208 Euro an. "Ein Angebot von 218 Euro wird sicher nicht reichen", merkte man bei der Gewerkschaft an.

Sollte es heute zu einer Einigung kommen, will die Gewerkschaft ihre Mitglieder darüber abstimmen lassen. Ob es bei einem Scheitern der Verhandlungen weitere Streiks in letzter Minute gäbe, hielt Tauchner offen. Aber wenn, würden diese mit großer Sorgfalt geplant, um nicht den Weihnachtsverkehr zu stören.

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