© Martin Krachler

Wirtschaft
07/04/2019

Kurios: Pleite eines privaten Radiosenders

Zu hohe Kosten ließen Radiobetreiber in die Insolvenz schlittern.

„Als Gründe für die Insolvenz führt die Antragstellerin an, dass die hohen Kosten der terrestrischen Übertragung des Privatradios, insbesondere aber auch die hohen Kosten für das Tunnelradio, die Insolvenz bewirkt haben“, heißt es im Konkursantrag. „Auch die Kosten der musikalischen Verwertungsgesellschaften für die Nutzung der Musik, die sich bis vor kurzem nach der technischen Reichweite und nicht nach der tatsächlichen Reichweite bemessen haben, haben die Überschuldung und die Zahlungsunfähigkeit herbeigeführt.“

Und weiter heißt es: „Der Geschäftszweig des Unternehmens der Antragstellerin ist der Betrieb von Rundfunk und TV. Gemeinsam mit ihren Schwesterngesellschaften Lokalradio Innsbruck GmbH und Außerferner Medien GmbH hat die Antragstellerin in Tirol das Privatradio „Welle1" veranstaltet.

Radiorechtliche Zulassung

Jetzt musste die Antragstellerin, die Radio Oberland GmbH, mit Sitz in Wien Konkurs beantragen. Aufgrund der hohen Kosten soll die Radio Oberland GmbH gezwungen gewesen sein, „ihre radiorechtliche Zulassung im Versorgungsgebiet 'Tiroler Oberland' durch Einbringung in die bundesweite Lizenz des anderen privaten Senderbetreibers A. verwerten“.

Außergerichtliche Verhandlungen gescheitert

Dafür soll ihr eine Beteiligung von 0,2532 Prozent an den Jahresgewinnen der Jahre 2019 (Rumpfgeschäftsjahr) bis 2029 (Rumpfgeschäftsjahr) des privaten Senderbetreibers A. zustehen.

Weiteres soll sich der private Senderbetreiber A. dazu verpflichtet haben, „die notwendigen finanziellen Mittel zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs bis zur rechtskräftigen Einbringung der radiorechtlichen Zulassungen zu bezahlen“. Es geht um rund 31.000 Euro.

Dieser Verpflichtung soll der private Senderbetreiber A. laut Antrag aber nicht nachgekommen sein. Auch außergerichtliche Verhandlungen soll gescheitert sein. Diese Angaben muss jetzt der Masseverwalter prüfen.

Laut AKV und Creditreform werden die Verbindlichkeiten mit 219.100 Euro beziffert, das Vermögen mit 73.600 Euro asugewiesen.