Wirtschaft
09.05.2018

Kritik an Kürzungen bei der überbetrieblichen Lehre

Gewerkschaftsjugend ortet Schwund an Ausbildungsbetrieben. In Wien bilden nur noch acht Prozent der Betriebe aus.

Schwund an Lehrbetrieben. Die Kürzung der Ausbildungsbeihilfe für über 18-Jährige, die eine überbetriebliche Ausbildungsstätte (ÜBA) besuchen, sorgt für scharfe Kritik bei der Österreichischen Gewerkschaftsjugend. „Jugendlichen in der überbetrieblichen Ausbildung Geld zu streichen, wird nicht dazu führen, dass sie morgen eine Lehrstelle in einem Betrieb finden“, sagt Vorsitzender Sascha Ernszt. Schon jetzt würden Lehrlinge in der ÜBA meist weniger Geld bekommen als bei einer Ausbildung in einem Betrieb.

 

Wie der KURIER berichtet, wird ab September in den ersten zwei Lehrjahren nur noch 325,80 Euro statt bisher 753 Euro bezahlt. Dadurch soll der Anreiz, länger in der staatlichen Ersatzlehrstätte zu verweilen, minimiert werden. „Bevor hier der Sparstift angesetzt wird, sollten sich die Zuständigen genau überlegen, wie sie junge Menschen besser in Betriebe vermitteln können“, meint Ernszt. Er verweist auf die sinkende Zahl an Ausbildungsbetrieben. Gab es 2006 noch 37.783 Lehrbetriebe in Österreich, so sind es aktuell nur noch 28.900.

In Wien würden überhaupt nur noch acht Prozent der Betriebe Lehrlinge ausbilden, kritisiert die Jugendsprecherin der FSG Wien, Carina Köpf. Auch mit der Qualität der Ausbildung stehe es nicht gerade zum Besten.