Wirtschaft
13.06.2017

Konjunktur: Im Handel klingeln wieder die Kassen

Die mageren Zeiten sind vorbei. Die Auftragbücher sind nicht nur in der Industrie wieder voll.

Im vergangenen Herbst hat sich der wirtschaftliche Aufschwung schon angekündigt, jetzt ist ein kräftiger Aufwind daraus geworden.

"Die kleinen und mittelständischen Unternehmen haben sich spürbar erholt, die Stimmung könnte nicht besser sein", sagt Gerhard Weinhofer vom Wirtschaftsinformationsdienstleister Creditreform. "Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage nicht nur deutlich besser als noch vor einem Jahr. Zuletzt gab es vor fünf Jahren so viel Positives zu berichten."

Das ergibt eine aktuelle Umfrage, die die Creditreform unter 1700 österreichischen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) durchgeführt hat. Das Ergebnis: Die mageren Jahre sind vorbei. Die Geschäfte in Industrie und Handel boomen, auch die Dienstleister können nicht klagen.

Knapp ein Drittel der Handelsunternehmen konnte im Frühjahr 2017 die Umsätze steigern. Vor einem Jahr war es nicht einmal jeder fünfte Händler. Auch am Bau gibt es leichte Umsatz-Zuwächse.

Mehr Aufträge

"Die gute Entwicklung lässt sich auch an den gestiegenen Aufträgen ablesen", sagt Weinhofer. "Knapp 29 Prozent der KMU haben volle Auftragsbücher, bei 47 Prozent ist die Auftragslage stabil." In der Baubranche hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihre Auftragseingänge steigern konnten, auf rund 27 Prozent fast verdreifacht. In allen vier Bereichen (Industrie, Bau, Handel, Dienstleistung) wird in den nächsten Monaten mit einer weiteren Steigerung der Geschäfte gerechnet.

Umsätze und Aufträge sind die eine Seite, Erträge und Gewinne die andere.

"Bei der Ertragslage stehen alle Zeichen auf Verbesserung. Jedes fünfte Unternehmen konnte höhere Preise bei den Kunden durchsetzen, von dieser Entwicklung profitiert besonders der Handel", sagt der Experte. Fast 28 Prozent der Händler konnten über höhere Preise ihre Umsätze ankurbeln und ihre Erträge ausbauen.

Dass die KMU in den Krisenjahren ihre Hausaufgaben erledigt haben, macht sich jetzt bezahlt. So verfügen heute 39 Prozent der Mittelständler über eine solide Eigenkapitalquote, die höher als 30 Prozent ist. "Am besten mit Eigenkapital ausgestattet sind die Industriebetriebe, jeder Zweite liegt über der 30-Prozent-Latte", sagt Weinhofer. Doch nicht alles ist eitel Wonne. "Für KMU ist es nach wie vor schwierig, Kredite zu bekommen", sagt der Creditreform-Chef. "Sie kritisieren dabei, dass von den Banken deutlich mehr Sicherheiten als früher gefordert werden."