Erfolgsgeschichte: Zweitbester, das Restaurant von Vladimir, Stefan und Florian

Im „Zweitbester“kochen manchmal Omas, manchmal DJs, manchmal gibt es auch Orgelkonzerte am Klo.

Im Dezember eröffneten sie das Lokal in der Heumühlgasse: Vladimir Petkovic, Florian Egger und Stefan Heidl an der Bar. Am Nachmittag könnte das Lokal ruhig etwas besser besucht sein.... Am Abend ist es täglich voll. In der Küche sind sie derzeit zu zweit. Ein gemeinsamer Vorraum für Damen und Herren, inklusive Orgel. Das Team: Vladimir Petkovic, Stefan Heidl und Florian Egger

Die drei Herren vom Restaurant Zweitbester schrammen ganz klar am Prädikat „ernst zu nehmen“ vorbei. Nicht, weil sie   unprofessionell sind. Nur, wer  „Austria’s next Topknödel“-Wochen und  Konzerte am Klo  veranstaltet, kann sich selbst und das Leben nicht so schwer nehmen.   Mit  dieser  selbstbewussten Nonchalance  lässt sich  auch der Name des Restaurants in der Heumühlgasse im vierten Bezirk erklären: Zweitbester. „Wir müssen nicht die Besten in Wien sein.   Man darf das alles nicht so ernst nehmen“, sagt Florian Egger, einer der Gründer des Lokals.

Im Dezember haben Florian  Egger  und Vladimir Petkovic   das Restaurant aufgesperrt.  Zwei,  wie sie unterschiedlicher  nicht sein könnten: Der eine ist ein zurückhaltender Tiroler Gastronom:  „Ich bin im Hotel meiner Eltern in Tirol am Arlberg aufgewachsen und bin vor neun Jahren  zum Studieren  nach Wien gekommen“, erzählt  Flo Egger.  Der andere, Vladimir Petkovic,  ein    umtriebiger  Künstler aus Belgrad.  Mit 19 Jahren   emigrierte   er alleine  nach Wien, kam durch eine Freundin ans Theater, betätigte sich als Schauspieler, Regieassistent, Bühnenbildner – „alles, was mit  darstellender Kunst zu tun hat, war  zehn Jahre lang mein Leben. Ich hatte aber irgendwann genug von der Kunstszene. Ich bin nicht aus Belgrad nach Wien gekommen, um hier als armer Künstler zu leben“, sagt er.
Irgendwo – vor etwa neun  Jahren –  kreuzten sich ihre Wege. 2009   ging Vladimir  Petkovich  für sechs Monate  mit  Flo Egger  nach Tirol, um dort im elterlichen Hotel zu arbeiten.      Man beschloss, sich selbstständig zu machen.  Im Vorbeigehen entdeckte Egger das Lokal an der Grenze vom vierten zum fünften Bezirk.    Vier Monate  dauerte die Generalsanierung. Das  zu bewundernde  Resultat: Ein ziemlich  trashig-feines Ambiente, dank roher Ziegelwände,  Deckengewölbe und   einer massiven Rohbeton-Stahl-Bar.         

Das dritte Fragezeichen

Für die Küche verantwortlich ist Chefkoch Stefan Heidl. Wieder ein ganz anderer Typ, aber auch relaxed, lässig. Ins Bristol, wo er gelernt hat, passt der 30-Jährige so gar nicht.     Und Heidl  ist ökobewusst. „Die Grundidee ist es, gute Produkte zu haben. Ich bezieh’ Produkte vom Biohof Adamah, heimische Fische vom Gut Dornau, Rind, Schwein und Freilandhühner von kleinen Bauern“, sagt er und verspricht, dass kein Gast nach einem Drei-Gänge-Menü mit Bauchschmerzen nach Hause geht.   Man glaubt ihm, weil er tagelang ohne Pause übers Kochen reden könnte .    
Nicht immer hat Stefan Heidl die Küche für sich allein, manchmal kommen  befreundete Künstler, bekannte Musiker  und Köche  ins Zweitbester. Vor Kurzem war etwa der Küchenchef vom Plachutta zu Gast,   aber auch die DJ-Größen Richard Dorfmeister und Sugar B  sollen  das Lokal bald  beehren.  Potenzial zur Legende haben auch die Klokonzerte, die bereits acht Mal über die Bühne gegangen sind. Oma Grete  ist ab April für Strudel zuständig.  
Kunst und Kultur, gepaart mit gutem Essen und funktionierenden Strukturen – jeder der drei  tut, was er  am  besten kann.     „Easy ist es  nicht. Aber es macht Riesen-Spaß“, sagt  Vladimir Petkovic.

(kurier) Erstellt am
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