Erfolgsmodell Diskonter: Warum alle gerne in diesen Läden kaufen
Es sind wage Erinnerungen an die Kindheit: wir fahren zum Diskont-Supermarkt – das Erlebnis dort war damals ganz anders, als der Konsum gleich an der Ecke. Aber ehrlich gesprochen: Als Kind war mir der Diskonter, der vieles direkt von der Palette verkaufte, nicht sonderlich sympathisch.
Heute ist das Image der Diskonter aufpoliert. Sie sind salonfähig geworden. Den tiefgefrorenen Hummer kann man im Delikatessengeschäft oder beim Diskonter kaufen, das lockt auch Anzugträger und die noblen Damen. Die Aktionen an bestimmten Wochentagen sind mittlerweile legendär, in der digitalen Welt wird ins Flugblatt geschaut. Wer im Frühjahr Gartensachen braucht oder im Herbst Kinder-Gummistiefel und Gatschhosen, findet sie dort garantiert.
Diskontmärkte haben ihren Handelsplatz gefunden. Inmitten der Gesellschaft und immer öfter auch in den besten Lagen. Sie sind gute Mieter in einer Zeit, in der stationäre Handelsflächen reduziert werden, sie sind Frequenzbringer für Einkaufsstraßen und Grätzel, weil ihr Geschäftsmodell aktuell boomt. Sie stillen ein Marktbedürfnis und markieren die Gegenbewegung für den immer stärker werdenden Onlinehandel.
Letztlich zeigen sie, dass das „alte“ Shoppingverhalten immer noch in den Menschen schlummert: losziehen, schauen, was es gibt, günstig einkaufen und das eine oder andere Schnäppchen mitnehmen – altes Prinzip, immer noch aktuell.
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