Mehr Leichtigkeit im Alltag? Fünf Experten-Tipps, die wirklich helfen
In Österreich – wie auch in den meisten westlichen Ländern – tritt die Menopause im Durchschnitt im Alter von etwa 51 Jahren ein.
Motiviert und energiegeladen ins neue Jahr starten? Fehlanzeige – viele fühlen sich vom Vorjahr noch zu ausgelaugt. Die Polykrisen häufen sich, und Besserung scheint nicht in Sicht. Ob es dennoch einen Weg gibt, gute Laune und Optimismus zu schöpfen und die Dinge etwas „leichter zu nehmen“? Schaut man in Lebensratgeber, ist dort häufig von einer „Egal“-Strategie die Rede. Man soll Dinge nicht zu nah an sich heranlassen, akzeptieren, was man nicht kontrollieren kann, Distanz aufbauen, Grenzen setzen, einfach auch mal „Nein“ sagen.
Coachin Marilyn Hamminger, die vor ihrer Selbstständigkeit 23 Jahre im Vertrieb internationaler Konzerne tätig war, hält davon wenig. „Ist doch egal“, sei keine Lösung, sagt sie. Dem KURIER nennt sie fünf Tipps, die tatsächlich helfen sollen, gut durch das kommende Jahr zu navigieren.
Das vergangene Jahr sei herausfordernd gewesen, bestätigt Hamminger. „Und das wirkt sich auch auf die Arbeit und die Mitarbeitenden aus.“ Eine gewisse Distanz zum Job wirke deswegen zunehmend verlockend, führe langfristig aber in einen Teufelskreis, erklärt sie. Arbeit sei etwas Positives und Sinnstiftendes. Wer innerlich jedoch auf Abstand geht und alles „egal“ werden lässt, verliert Motivation und das Gefühl von Sinn. Was wiederum Frust und Erschöpfung verstärkt und dazu führt, dass man sich noch weiter zurückzieht. Außerdem: „Wenn alle mit dieser Mentalität an die Arbeit gehen würden, kämen wir nirgends voran“, meint die Expertin. "Unserer Gesellschaft tut das nicht gut und es führt zu weniger Leistung in allen Bereichen."
1. Einen Sinn finden und daran festhalten
Ihr erster Tipp ist also: der Arbeit einen Sinn geben – auch wenn es nicht immer einfach fällt. „Am besten fragt man sich, was am Tag zuvor an der Arbeit Spaß gemacht hat oder worauf man sich freut.“ Abends könne man sich in Erinnerung rufen, was gut gelaufen ist, und nicht nur, was anstrengend und „schrecklich“ war. „Nicht alles ist schlecht. Ich bin davon überzeugt, dass jeder etwas in seinem Job finden kann, das ihn motiviert hat. Zum Beispiel ein nettes Gespräch mit einer Kundin oder freundliches Feedback vom Vorgesetzten.“ So verschiebt sich der Fokus weg vom Belastenden hin zum Positiven.
2. Die Welt aus der Vogelsicht betrachten
Auch wenn Marilyn Hamminger Distanz zum Job nicht als Lösung sieht, betont sie, dass der Beruf auch nicht zum Zentrum des eigenen Lebens werden sollte. Statt sich innerlich abzuschotten, empfiehlt sie die Vogelperspektive. Was damit gemeint ist?
Ihr zweiter Tipp lautet, sich kurz aus der Arbeitssituation herauszunehmen und zu reflektieren. „Statt abzustumpfen, sollte man die Arbeit sozusagen wie ein Vogel auf einer Meta-Ebene betrachten“, erklärt die Expertin. „Der Job ist nicht der Feind. Er gehört zu unserer Gesamtsituation.“ Und diese besteht auch aus Familie, Hobbys, Freunden und vielem mehr. Sobald man den gesamten Fokus nicht nur auf einen Bereich setzt, fällt der Stress etwas ab, sagt sie. Die Vogelperspektive helfe zudem, gewisse Konflikte nicht zu nah an sich ranzulassen.
3. Die Stopptaste drücken und innehalten
Wichtig sei, dabei vor allem eines (Tipp drei): Innezuhalten, bevor Situationen emotional eskalieren. „Im Job sollte man generell nicht ad hoc im Affekt handeln“, rät Hamminger. Erhält man etwa das fünfte frustrierende eMail, reiche es oft, kurz durchzuatmen, bevor man antwortet. Für jene, denen das schwerfällt, hat die Coachin einen etwas ausgefallenen Tipp.
4. Alle Sinne aktivieren und sich erden
Eine altbekannte Technik, um wieder auf den Boden und zur Ruhe zu kommen, ist es tatsächlich, an seine Füße zu denken. Zu spüren, wo sie gerade sind. Diese sogenannte „Grounding-Technik“ hilft dabei, das Nervensystem zu beruhigen. Einen ähnlichen Ansatz hat auch Hammingers vierter Tipp: auf seine Sinne eingehen. Je nach Präferenz könne man sich visuell an schönen Momenten orientieren oder auditiv an positive Worte, Mottos oder das Lob eines Mentors denken. Zum anderen helfe auch das Olfaktorische, also ein Duft, der an etwas Gutes erinnert. Kurz: Seine Umgebung angenehmer, positiver gestalten.
Das beziehe sich auch auf Kollegen. „Es gibt immer wieder Suderanten in Büros, die einen ins Negative ziehen. Man darf sich da nicht mitreißen lassen und sollte sich mit allen Sinnen auf das Positive konzentrieren.“
5. Das Ende des Multitaskings
Ihr fünfter Tipp ist es, im Hier und Jetzt zu bleiben. Privat wie beruflich. Das bedeutet: Dinge einzeln abarbeiten. Schreibt man ein eMail, sollte man nicht gleichzeitig telefonieren, essen und weitere Dinge bearbeiten. „Das Multitasking ist 2026 abgesagt.“ Warum? Weil es stresst, unkonzentriert macht und Energie frisst.
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