Noch ist die bevorstehende Abgabe eine reine „Ausländer-Maut“ – das könnte EU-Recht verletzen

© APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Verkehr
06/22/2016

Kapsch will künftig mehr als Maut kassieren

Der Mautspezialist drängt ins Geschäft mit Park- und Verkehrslösungen.

von Franz Jandrasits

Der heimische Mautsystem-Anbieter Kapsch TrafficCom drängt ins Geschäft mit Verkehrsleitsystemen und Parkraumbewirtschaftung. Der Mautbereich bleibt zwar, stellte Firmenchef Georg Kapsch am Mittwoch bei der Präsentation der Bilanz fest, das Hauptgeschäft. In den Städten würden aber Zufahrtskontrollen, Verkehrssteuerung über Ampelschaltungen und Parkraumbewirtschaftung immer wichtiger. Kapsch: "Ein Drittel des Verkehrs in der Wiener Innenstadt ist bereits Parkplatzsuche." Von diesem Geschäft will sich Kapsch – das Unternehmen hat bereits zahlreiche Zufahrtssysteme in italienischen Städten installiert und ist in den USA ins Geschäft mit der Parkplatzsuche per Handy (Smart Parking) eingestiegen – eine größere Scheibe abschneiden.

Ärger über Mautpläne

Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis etwa in Wien ähnliche Lösungen wie in Italien oder den USA realistisch sind. Zum Teil, weil nicht genügend Verkehrsdaten zur Verfügung stehen und auch weil die Suche nach Straßenparkplätzen den Einbau von Sensoren in der Straße selbst nötig macht.

Für nicht nötig hält Georg Kapsch, der auch Präsident der Industriellenvereinigung ist, die Ausweitung der Lkw-Maut in Österreich auf alle Straßen: "Ich rede zwar damit gegen mein eigenes Geschäft, aber das ist volkswirtschaftlich ein Unsinn." Dadurch würde vor allem der Regionalverkehr belastet, damit würden benachteiligte Regionen weiter benachteiligt. Denn das Modell rechne sich nur, wenn die Tarife sehr hoch seien. Außerdem sei das System wesentlich teurer als von den Befürwortern angenommen, auch die Kontrolle – also die Verfolgung von Mautsündern – koste "Unsummen". Unabhängig davon hofft Kapsch, bei der Neuausschreibung des 2004 von Kapsch realisierten Lkw-Mautsystems neuerlich zum Zug zu kommen.

Rekorddividende

Im Vorjahr konnte Kapsch TrafficCom den Reingewinn auf 36,5 Millionen Euro verdreifachen, die Aktionäre bekommen 1,5 Euro Dividende je Aktie. Der Umsatz der durch Firmenkäufe laufend wachsenden Gruppe stieg um 15 Prozent auf 526 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt das Unternehmen in 30 Ländern 3700 Mitarbeiter, knapp 600 davon in Österreich.

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