Gundi Wentner: Der Personenkreis, der für diesen Job in Frage kommt, ist sehr eng

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Kanzlersuche
05/28/2019

Kanzlersuche: Expertin sagt, was der neue Kanzler können muss

Gundi Wentner, Unternehmensberaterin bei Deloitte Österreich, erstellt für den KURIER das Jobprofil für den neuen Kanzler

von Wolfgang Unterhuber

Was muss der neue Bundeskanzler können? Welche beruflichen und sozialen Fähigkeiten muss er haben? Gundi Wentner, Unternehmensberaterin und Partnerin bei Deloitte Österreich, hat im Gespräch mit dem KURIER die Kriterien für das Jobprofil des neuen Kanzlers definiert.

Erfahrung und Gelassenheit

Grundsätzlich: Das Amt erfordert ein hohes Organisationstalent, Gelassenheit, Erfahrung und Kommunikationsfähigkeit. Wentner: „Man sollte nicht vergessen: Der neue Kanzler hat null Anlaufzeit.“

Verantwortung ist kein Fremdwort

Der Lebenslauf muss etwas hergeben. Die Person muss in der Politik oder in der Verwaltung oder im juristischen System schon einmal hohe Verantwortung getragen haben.

Jetzt kein falscher Ehrgeiz

Die Person sollte das Amt keinesfalls als Karriere-Sprungbrett betrachten. Der neue Kanzler sei sozusagen Manager auf Zeit aber nicht Krisenmanager, der den großen Staatsnotstand ausruft und sich daran dann zu profilieren suche.

Ruhige und kommunikative Art

Der neue Kanzler benötigt eine ruhige konstruktive kommunikative Art. „Das ist allein schon bei der Auswahl der Regierungsmitglieder wichtig“. Denn die werde wohl in Absprache mit dem Bundespräsidenten und allen Parlamentsparteien erfolgen.

Die Mehrheit hinter sich

Die Person muss von der Mehrheit der Parlamentsabgeordneten akzeptiert werden. Im besten Fall von weitgehend allen. Wentner: „Jedenfalls wäre es suboptimal, wenn der neue Kanzler oder die neue Kanzlerin jetzt im Parlament permanent in Frage gestellt werden würde.“

Verfassung und Verwaltung intus haben

Der Kanzler muss die Verfassung kennen. Er muss die Abläufe im Parlament kennen und vor allen das Zusammenwirken zwischen Politik und  Verwaltung.

Internationale Erfahrung

Dazu kommt die internationale Erfahrung. Denn der neue Regierungschef wird Österreich zumindest auf der EU-Bühne vertreten müssen und sollte die Aufgaben, Pflichten und die Rolle Österreichs in der Union kennen und richtig wahrnehmen.

Fremdsprachen und Rhetorik

Das bedingt perfekte Fremdsprachenkenntnisse und rhetorische Fähigkeiten samt eloquentem Auftreten. Denn der neue Kanzler aus Österreich wird auf internationaler Bühne zumindest zu Beginn besonders im Rampenlicht stehen.

Die Fäden in der Hand

Bei allem freien Spiel der Kräfte im Parlament: Der neue Kanzler muss die Fäden in der Hand haben. Kommt es bei den noch anstehenden Nationalratssitzungen zu Eskalationen, muss er sorfort beruhigend einwirken.

Ähnliches Profil für die neuen Minister

Für die angehenden Ministerinnen und Minister gilt laut Wentner übrigens Ähnliches. „Sie müssen sich vor allem in ihrem Fachbereich auskennen. Allerdings haben sie den Vorteil, dass sie kein Programm abarbeiten müssen, sondern primär für die funktionierende Verwaltung des Staates verantwortlich sind.“

Ob das für den einen oder die andere nicht eine Chance sei, dann auch der neuen gewählten Regierung anzugehören, will Wentner nicht ganz ausschließen. „Parteilose Minister mit hohem Fachwissen gab es in den Regierungen ja immer wieder.“ 

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