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Wirtschaft
12/05/2011

IWF-Tagung: Europa wirbt um Vertrauen

Der drohende Bankrott Griechenlands hält die Finanzwelt in Atem. Deutschlands Finanzminister Schäuble will den neuen Rettungsschirm bereits 2012 in Kraft treten lassen.

Die Europäer mit Deutschland an der Spitze haben bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington Befürchtungen vor einer Eskalation der Schuldenkrise zu zerstreuen versucht. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich dabei am Samstag offen für einen früheren Start des dauerhaften Euro-Rettungsschirms. Die USA und China forderten erneut eine schnelle Lösung und warnten vor Risiken für die Weltwirtschaft.

Wenn der Europäische Stabilisierungsmechanismus (ESM) früher umgesetzt werden könne, "dann hätten wir da nichts dagegen", sagte Schäuble bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfond (IWF) und Weltbank. Der ESM als internationale Finanzinstitution habe eine "ganz andere dauerhafte, auch stabilisierende, vertrauensbildende Funktion" als der im vergangenen Jahr als vorübergehende Lösung eingerichtete EFSF.

"Ein bisschen früher"

Nach Spiegel-Informationen erwägt die deutsche Bundesregierung, den ESM schon im nächsten Jahr in Kraft treten zu lassen. Schäuble warnte aber vor überzogenen Erwartungen, da der Vertrag erst noch ausgehandelt und dann ratifiziert werden müsse. "Vielleicht schaffen wir es ein bisschen früher" als das angepeilte Datum im Juli 2013, sagte der Minister. Zunächst müssten die vor zwei Monaten beschlossene Ausweitung der Aufgaben des EFSF umgesetzt werden und die neuen Instrumente dann "so effizient wie möglich" genutzt werden.

Vor allem der drohende Bankrott Griechenlands hält Politik und Finanzwelt in Atem. Schäuble sagte der Wirtschaftswoche, dass das hochverschuldete Land für die Erholung "sicher eher ein Jahrzehnt" als ein Jahr brauchen werde. Griechenland müsse aber "unter allen Umständen in der Eurozone gehalten werden", um ein Auseinanderbrechen der Währungsunion zu verhindern.

Trichet wirbt um Verständnis

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, warb in Washington um Verständnis für die europäischen Entscheidungsprozesse. Die Ratifikation des Ende Juli beschlossenen zweiten Griechenland-Hilfspakets und der EFSF-Reform sei in den nationalen Parlamenten im Gange, sagte er. Zugleich räumte er eine Mitverantwortung Europas für die Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten ein: "Wir haben eine globale Krise der Kreditwürdigkeit von Staaten, und wir sind das Epizentrum dieser Krise."

US-Finanzminister Timothy Geithner rief die Europäer erneut eindringlich zur Eindämmung der Schuldenkrise auf, die "derzeit das ernstzunehmendste Risiko für die Weltwirtschaft" sei. Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan warnte in Washington, dass der IWF bei weiteren Hilfsanträgen aus Europa womöglich nicht über ausreichend Mittel verfügen werde. Der Währungsfonds selbst erklärte, dass die Länder der Euro-Zone deutlich gemacht hätten, "alles Notwendige" für die Überwindung der Krise zu tun.

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