In dieser Stadt wohnen die meisten Millionäre
Zusammenfassung
- Mailand zählt zu den attraktivsten Zielen für Superreiche, mit einem Millionär auf zwölf Einwohner und einem starken Zuzug vermögender Personen.
- Attraktive steuerliche Rahmenbedingungen, hohe Lebensqualität und die "CR7-Regel" fördern den Zuzug reicher Ausländer und treiben Immobilienpreise sowie lokale Wirtschaft an.
- Kritiker sehen in den Steuervergünstigungen Steuerdumping und befürchten, dass vor allem wohlhabende Ruheständler statt Unternehmer angelockt werden.
Mailand zählt zu den attraktivsten Zielen für Superreiche, die London und andere Finanzzentren verlassen. Laut dem Jahresbericht der Londoner Beratungsfirma Henley & Partners kommt in der lombardischen Metropole ein Millionär auf zwölf Einwohner - mehr als in New York (1:22), London (1:41) oder Rom (1:54).
Allein 2025 zogen rund 3.600 neue Millionäre nach Italien, die meisten davon nach Mailand. Sie brachten laut Bericht liquide Mittel von insgesamt etwa 20,7 Milliarden Euro mit, wie die römische Tageszeitung La Repubblica am Samstag berichtete. Unter den Superreichen in Mailand besitzen 182 Personen mehr als 100 Millionen Euro.
Konzentration Reicher treibt Preise Immobilienpreise in die Höhe
Experten führen den Erfolg Mailands auf mehrere Faktoren zurück: die zentrale Rolle als globales Zentrum für Business, Mode und Finanzen, attraktive steuerliche Rahmenbedingungen, sowie eine Erbschaftssteuer von vier Prozent und hohe Lebensqualität. Die hohe Konzentration vermögender Einwohner treibt Preise für Immobilien und Dienstleistungen nach oben und festigt den Status der Stadt als attraktives Ziel für internationale Vermögende.
Experten betonen zudem die wirtschaftlichen Effekte: Etwa 15 Prozent der zuziehenden Reichen sind Unternehmer, die neue Firmen gründen und Arbeitsplätze schaffen. Zudem steigern sie durch Investitionen in Luxusimmobilien, Mode, Gastronomie oder Finanzdienstleistungen indirekt die Beschäftigung und stärken den lokalen Aktienmarkt.
Symbolische Pauschalsteuer: Die CR7-Regel
Seit 2017 gilt in Italien die sogenannte "CR7-Regel", benannt nach dem Starfußballer Cristiano Ronaldo, der dank dieser Bestimmung zum Fußballklub Juventus Turin wechselte und auf seine Auslandseinkünfte - etwa aus Bildrechten oder Sponsoring - eine symbolische Pauschalsteuer entrichtete. Dieses Sondersteuermodell erlaubt es Personen, die ihren Wohnsitz nach Italien verlegen, für 15 Jahre eine Pauschalsteuer von 200.000 Euro jährlich auf alle im Ausland erzielten Einkommen zu zahlen. Betroffen sind etwa Zinserträge, Dividenden, Veräußerungsgewinne, Erbschaften oder Schenkungen, sofern sie im Ausland anfallen. Für Einkommen aus italienischer Quelle gelten hingegen die normalen Steuersätze.
Kritiker sehen darin jedoch Steuerdumping innerhalb der EU und glauben, dass vor allem wohlhabende Manager und Unternehmer im Ruhestand angelockt werden, die lieber ihren Lebensabend in Italien genießen wollen, statt Neues aufzubauen. Diese würden eher die Preise für Immobilien, Luxusgüter und Dienstleistungen in die Höhe treiben als Arbeitsplätze oder Innovation zu schaffen.
Kommentare