Israels Wirtschaftsminister Eli Cohen will mehr Kooperation.

© Kurier/Gilbert Novy

Wirtschaft
01/29/2020

Israel will in Österreich mehr Sicherheitstechnik verkaufen

Das Außenhandelsvolumen zwischen den beiden Ländern soll verdoppelt werden.

Österreich und Israel wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen stark ausbauen. Das derzeitige Außenhandelsvolumen zwischen den beiden Ländern liegt bei mehr als 560 Millionen Euro, Österreich hat einen Überschuss von rund 180 Millionen Euro. „Innerhalb der kommenden beiden Jahre soll das Außenhandelsvolumen verdoppelt werden“, sagt der israelische Wirtschaftsminister Eli Cohen, der sich anlässlich des dieser Tage stattfindenden „Wiener Kongress com.sult“ in Wien befand.

"Gut und stark"

Die österreichisch-israelischen Wirtschaftsbeziehungen bezeichnet er als „gut und stark“. Ziel sei es, sowohl die Investitionen, als auch den Austausch von Wirtschaftsdelegationen in beiden Ländern zu erhöhen. Bereits heute gebe es 40 Flüge zwischen Israel und Österreich, sagt Cohen. 200.000 Israelis würden jährlich nach Österreich und 40.000 Österreicher nach Israel reisen. Beide Länder würden von einem verstärkten Austausch profitieren, meint Cohen.

Israel ist sehr stark in den Bereichen Cyber-Sicherheit, Medizintechnik, Lebensmitteltechnologie, Digital Health und Smart Mobility. Österreichs Industrie und Finanzsektor können zum Beispiel von unserer Cyber-Technologie stark profitieren“, so Cohen. Würden die starken österreichischen Autozulieferer und die israelischen Smart-Mobility-Unternehmen stärker kooperieren, könnten sie Top-Technologie für die Automobilindustrie anbieten.

"Nation der Innovation"

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat in Israel ein starker wirtschaftlicher Wandel stattgefunden. Zählten früher Öl und Gas zu den wichtigsten Exportgütern, so hat sich das Land mit High-Tech breiter aufgestellt und unabhängiger gemacht. „Israel ist heute bekannt als Nation der Innovation“, sagt Cohen. In den Küstenebenen rund um Tel Aviv haben sich viele Hightech-Unternehmen und Start-ups angesiedelt, die Region wird mittlerweile in Anlehnung an das US-amerikanische Silicon Valley „Silicon Wadi“ genannt. Wadi bedeutet auf deutsch „Tal“.

20 Prozent der globalen Investitionen in Cyber-Industrien werden mittlerweile in Israel getätigt, sagt Cohen. Der Anteil des Bruttoinlandsprodukts, der in Forschung und Entwicklung fließe, zähle zu den höchsten der Welt.

„Nicht so grün“

Die Debatten rund um den Klimaschutz und dessen Auswirkungen auf die Wirtschaft – Siemens bekam unlängst Probleme mit Klimaaktivisten, als das Unternehmen an einen Auftrag für eine Kohlemine festhielt – sind in Israel nicht so ausgeprägt, sagt Cohen. Sein Land würde sich aber an europäische Standards halten, betont er. In Österreich erreiche die Grüne Partei 14 Prozent. So „grün“ sei Israel nicht.

Man habe dringlichere Probleme, Israel habe nur eine freundliche Grenze, und das sei jene zum Mittelmeer. Dennoch hält er junge Menschen, die sich für das Klima engagieren, wie Greta Thunberg, für wichtig: „Dieses inspirierende junge Mädchen öffnet vielen Menschen die Augen. Wir haben nur eine Welt“, sagt Cohen. Das Thema sei in Israel zwar präsent, aber noch nicht genug.

Der Zollstreit zwischen China, den USA und Europa habe sich auf Israel bisher nicht ausgewirkt. Die wachsende Wirtschaftsmacht China hält er nicht für eine Gefahr, sondern eine Chance, sowohl für Israel, als auch für Europa.Thomas Pressberger

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