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Wirtschaft
02/26/2020

Insolvente Mineralwasser-Firma Güssinger braucht vier Millionen Euro

Neue Abfüllanlage und Flaschen-Waschanlage werden benötigt

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Sanierungsverfahren. Die Zukunft der insolventen Mineralwasserfirma Güssinger steht derzeit noch in den Sternen. Denn das Unternehmen benötigt deutlich mehr Geld für seine Sanierung als bisher angenommen. Geschäftsführer Anatolii Boikiv muss nämlich in erster Linie den Maschinenpark sanieren beziehungsweise erneuern.

Güssinger konnte zum Schluss nur noch PET-Flaschen für den Lebensmittel-Einzelhandel abfüllen, der lukrative Gastronomie-Sektor mit den Mehrweg-Glasflaschen konnte nicht mehr bedient werden. Diese Anlage ist kaputt. Um Güssinger wieder ins Verdienen bringen zu können, wird eine neue Abfüllanlage und eine Flaschen-Waschanlage benötigt. Den Investitionsbedarf schätzt der Masseverwalter Klaus Dörnhöfer laut einem ersten Bericht auf „zumindest vier Millionen Euro“.

Russischer Investor

Aufbringen soll das Geld der russisch-österreichische Investor Andrei Kotchetkov, dessen Finstil Holding Güssinger gehört. „Laut Masseverwalter soll das Geld von einer Großmutter-Gesellschaft kommen, die angeblich eine Liegenschaft in Russland verkauft“, sagt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform.

Dem Vernehmen nach verfügt Güssinger über insgesamt sieben Brunnen, drei Brunnen entfallen auf die Marke „Güssinger“. Die Marke „Vitaquelle“, die über den Diskonter Hofer verkauft wurde, soll ein Verschnitt aus mehreren Quellen sein. Aufgrund des hohen Mineralisierungsgrades kann der Betrieb kein stilles Wasser abfüllen. Das Unternehmen ist derzeit geschlossen, die Mitarbeiter sind ausgetreten. Der Schuldenberg betrug bei Insolvenzeröffnung rund 2,078 Millionen Euro. Der Wert des Anlagevermögens soll bloß einen Zerschlagungswert in Höhe von 45.000 Euro haben.

Am 9. März soll über den Sanierungsplan abgestimmt werden.

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