© akiebler/Fotolia

Wirtschaft
01/23/2020

In keinem Land wird so viel für Sportartikel ausgegeben, wie in Österreich

Einen großen Einfluss auf die Ausgaben hat die große Skitradition und der starke Tourismussektor.

von Thomas Pressberger

Österreich ist nicht nur beim Skifahren top, sondern auch beim Einkaufen von Sportartikeln: 2018 wurden pro Kopf 309 Euro für Sportartikel ausgegeben, mehr als in jedem anderen europäischen Land. Hinter Österreich kommen   – mit Abstand – die Schweiz mit rund 230 Euro und Deutschland mit 190 Euro.

Sportnation

Damit kann sich Österreich zu Recht als Sportnation bezeichnen, der hohe Wert ist jedoch auch stark vom Tourismus getrieben, sagt Gernot Kellermayr, Präsident des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportartikelausrüster Österreichs (VSSÖ).

„Die Skiindustrie hat einen großen Anteil. Es werden mittlerweile mehr als 60 Prozent der Ski an Verleiher verkauft“, erklärt Kellermayr. Und diese wiederum würden Ski nicht nur an Österreicher, sondern auch an Ausländer verleihen. Es lasse sich aber auch beobachten, dass die Österreicher eher zu höherpreisigen Artikeln greifen und so für einen hohen Pro-Kopf-Umsatz sorgen.

Phänomenaler Zuwachs

Doch noch ein anderes Phänomen lässt sich in den vom VSSÖ aktuell erhobenen Zahlen finden: Während es in anderen Ländern Rückgänge gibt, ist in Österreich die Zahl der Sporthandelsgeschäfte von 2017 bis 2018 um zehn Standorte auf 1.810 gestiegen. „Die Händler haben begriffen, dass sie über Qualität und gutes Personal verkaufen können, um sich  so vor Angriffen des Online-Handels und der Hofers und Lidls zu wehren “, sagt Kellermayr.

Viele würde über den Online-Handel jammern, doch wie man im Sporthandel sehe, sei das nicht nötig. Insgesamt setzte die österreichischen Sportartikelbranche 2018 rund 2,73 Milliarden Euro um, ein Plus von 2,3 Prozent. Mit 1,97 Milliarden entfiel der Löwenanteil auf die Sportfachhändler, der Rest wurde über Kanäle wie Online oder über branchenfremde Händler, wie Lebensmittelhändler, vertrieben.

"Verkaufen Emotionen"

Der größte Teil entfällt auf den Bereich Outdoor, es folgen Fahrräder und Ski. „Es ist nicht die Welt, aber eine positive Entwicklung“, sagt Kellermayr zu dem Wachstum. Dieses liegt ihm Rahmen der vergangenen Jahre, in denen es zwischen zwei und fünf Prozent pendelte.

„Wir verkaufen Emotionen. Daher hat auch das Wetter im Sommer und im Winter einen großen Einfluss“, so Kellermayr weiter. Betrachtet man die gesamte Wertschöpfung, die der Sport in Österreich auslöst, so sind das 18 Milliarden Euro. In der Summe sind neben dem Umsatz der Branche alle andere sportbezogenen Ausgaben, von  Skikarten  bis hin zu Gehältern für Pistenraupenfahrer, Platzwart oder Trainer, enthalten.