Wirtschaft | Immobiz
15.05.2018

Außer Geflecht: Rattan feiert internationales Comeback

Schon im späten 18. Jahrhundert machte das Rohrgeflecht angeregte Gespräche in den Wiener Kaffeehäusern noch gemütlicher.

Es war eine Revolution: Bis ins 17. Jahrhundert wurden geflochtene Möbel aus Stroh- oder Binsenschnüren hergestellt. Danach kam Europa auf den Geschmack der südostasiatischen Rattanpalme – auch Peddigrohr genannt. Stühle mit eingearbeitetem Rohrgeflecht waren lange Zeit übliches Inventar angesehener Lokale. Nun ist es wieder en vogue und gibt den Innenräumen von Kunst- und Designliebhabern eine kostbare und intellektuelle Kaffeehaus-Atmosphäre.

Dänisches Design

Ein (etwas jüngeres) Vorzeigebeispiel dieser Art ist der legendäre, über 100 Jahre alte Faaborg Chair des dänischen Designers Kaare Klint. Er entwarf den Stuhl im Jahr 1914 und präsentierte ihn der Öffentlichkeit ein Jahr später bei der Eröffnung des Faaborg Museums auf der dänischen Insel Fünen. Das edle Stück hat die Entwicklung des Neoklassizismus zur Moderne vorangetrieben und eine neue Ära im dänischen Design eingeläutet. Bis heute ist der Stuhl aus massivem Maserknollenholz integraler Bestandteil des Museums und sorgt mit seinem zarten Geflecht für nostalgisch-romantische Tagträumerei – auch Zuhause. Die Beine bestehen aus Ulmen-, die Querstreben aus Schichtholz. Das hübsche, zeitlose Rattangeflecht sorgt für den passenden Sitzkomfort auch bei langen Stunden des Austauschs. Preis ab € 3500 bei Carl Hansen & Son.