Baustart beim Kurpark Oberlaa: Neue Wohnungen für Favoriten

Bis 2028 werden im Quartier Kurbadstraße in Wien-Favoriten 600 neue Wohnungen errichtet. Ein Schwerpunkt: Wohnen im Alter.
Rendering: Projekt „Oh la laa“ der GEWOG

Noch ist es recht ruhig in der Kurbadstraße in Wien-Favoriten, der süße Backduft der naheliegenden Produktionsstätte der Kurkonditorei Oberlaa weht uns beim Lokalaugenschein um die Nase. Jahrelang lag das Viertel im Dornröschenschlaf, doch in Kürze wird neben der Therme Wien auf einem dreieinhalb Hektar großen Areal zwischen Kurpark und Kurbad- und Fontanastraße direkt an der U1-Endstelle Oberlaa rege Betriebsamkeit herrschen.

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Die Fläche neben der Kurkonditorei Oberlaa wirkt heute noch trist.

Schon jetzt werden Baumaschinen, Container und Material angeliefert. In den nächsten Wochen beginnt der Aushub für das erste Baufeld, womit der schon lange angekündigte Baustart für das Quartier Kurbadstraße nun endlich erfolgt. Bis Herbst 2028 entsteht hier im südlichen Wiener Stadtgebiet ein gemischt genutztes Quartier mit rund 600 Wohnungen, zwei Drittel davon werden gefördert errichtet. Auf einer der Liegenschaften entsteht ein Gemeindebau-Neu. Auch der von den Anrainern lang ersehnte Nahversorger soll mit der Neubebauung endlich einziehen. Weitere Angebote für das tägliche Leben wie zum Beispiel Gastronomie, Friseur, Kindergarten und Ordinationen werden ebenso zur Verfügung stehen.

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Auf der Dachterrasse des Gemeindebaus-Neu sind Sitzgelegenheiten und Hochbeete geplant. 

Im Grünen und doch urban 

15 Minuten in die Innenstadt – 15 Sekunden in die Natur: Der große Vorteil dieses neuen Stadtviertels ist die direkte Anbindung an die U1 und gleichzeitig der direkte Zugang zum Kurpark Oberlaa. Auch innerhalb des Projektgebietes sind großzügige Grünräume geplant. Was das Viertel rund um die Therme weiter aufwerten wird. Denn viele Jahre lag diese fast durchgehend versiegelte Fläche brach bzw. wurde vorwiegend als Parkplatz genutzt. Autos wird man hier nach Fertigstellung kaum noch sehen. Die Verbindungswege und Freiräume zwischen den Bauten bleiben autofrei. Parkplätze werden ausschließlich unterirdisch errichtet, wodurch zusätzliche Flächen für Grün und Aufenthalt gewonnen werden.

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Wärme aus der Therme 

Auch die Wärmegewinnung für das Quartier ist nachhaltig: Rund 80 Prozent der Heizleistung wird mit Abwärme der benachbarten Therme Wien erzielt. Der Rest stammt aus der Fernwärmeversorgung der Stadt Wien bzw. aus dem Einsatz von Wärmepumpen. Der Aushub für die Neubauten wird im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft von der Wienerberger AG zur Ziegelherstellung genutzt.

Die einzelnen Baukörper sind gestaffelt und zwischen sechs Meter und höchstens 25 Meter hoch. Im Westen, beim Eingang zum Kurpark, sind eingeschoßige Bauten geplant. Die Bauhöhen steigen kontinuierlich an bis zum mehr als 50 Meter hohen Taba-Tower , der in den 1970er-Jahren als Hotel errichtet und vor Kurzem zum Wohnturm umgebaut wurde, und fallen im Osten und zur Flaniermeile im Süden hin wieder ab. Hinter dem Projekt stehen gemeinnützige Wohnbauvereinigungen und gewerblichen Bauträger: GEWOG, at home Immobilien, GESIBA, WIGEBA, Gartenheim sowie die WBV-GPA.

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Wohngemeinschaften für Senioren bietet der Verein WOAL.

Wohnen im Alter

Ein Projekt sticht besonders hervor, weil es sich mit einem immer wichtiger werdenden Thema der Gesellschaft, dem Wohnen im Alter, beschäftigt. Innovative Wohnmodelle sind gefragt. Der Verein „WOAL–Wohnen ohne Alterslimit“ möchte in seinem ersten Wohnheim, „Menschen zwischen 60 und 100 Jahren ein Zuhause geben, das sie in eine solidarische Gemeinschaft einbettet, vor Einsamkeit schützt und wo sie bei Bedarf bis zum Lebensende betreut und gepflegt werden können“, erklärt Obfrau Ursula Wagner. Es wird zwölf Wohngemeinschaften für insgesamt 79 Personen geben, die sich individuell zusammenfinden sollen. Die eigene Wohneinheit wird 25 Quadratmeter groß mit barrierefreiem Bad und Mini-Balkon sein. Zusätzlich wird es viele Gemeinschaftsräume und großzügige Freiflächen geben.

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