Treffpunkt Bad: Trends für die tägliche Wellness

Blick in ein Badezimmer mit Dusche und Waschtisch
Das Badezimmer entwickelt sich zum Herzstück der Wohnung. Warum die Bad-Gestaltung auch ein Kritierium bei der Wohnungswahl sein kann.

Früher war die Küche das Zentrum eines Haushalts, dementsprechend viel Aufmerksamkeit und Geld floss in die Gestaltung dieses Raumes. Heute rückt zusehends der Wellness-Gedanke in den Mittelpunkt. Die Menschen suchen nach Orten der Ruhe, wo sie sich wohlfühlen, ihre Balance finden, Kraft tanken können, zu neuer Vitalität finden. Dieser Ort im eigenen Zuhause ist das Badezimmer.
Guido Salentinig, Geschäftsführer von Geberit Österreich, unterstreicht die Bedeutung: „Das Bad ist morgens der erste Raum, den wir benützen, in dem wir den Tag starten und der letzte Raum, in dem wir ihn beenden. Der Trend geht hin zu mehr Komfort. Daher braucht das Badezimmer eine besondere Gestaltung.“

Bad mit Waschtisch und Dusche

Ein modernes Badezimmer soll warm und wohnlich sein.

Komfort trifft auf Design 

Das Badezimmer wird oft in drei Bereiche unterteilt: Duschplatz, Waschtisch und WC. Die barrierefreie Walk-In-Dusche hat der Badewanne den Rang abgelaufen. Dabei muss es aber gar nicht die Regendusche sein. Mit einem Duschkopf von 15 cm Durchmesser hat man schon ein wunderbares Duscherlebnis. „Die Dusche ist für viele Menschen ein Stück tägliche Wellness“, so Salentinig. Was aber niemand will, ist aufwändiges Reinigen. Wichtig ist daher, dass das Wasser schnell abfließen kann. Im Ablauf sollte sich ein Kammeinsatz befinden, der Haare und Schmutz zurückhält und so den Siphon vor Verstopfung schützt. Das gilt auch für den Waschtisch, der am besten über eine Schmutz abweisende Spezialglasur verfügt.

Optisch geht der Trend hin zum eckigen Waschtisch. Die Keramik ist zarter geworden, harmonisch in den Unterschrank integriert und wirkt wie ein Einrichtungsgegenstand. Die überwiegende Farbe bei der Keramik ist Weiß. Farbe ins Bad kommt mit der Fliese. Die bevorzugte Möbelfarbe ist noch immer Weiß (matt oder glänzend), weil Kalkflecken weniger stark auffallen. Aber auch helle Eiche liegt im Trend, was den wohnlichen Charakter des Bades unterstreicht. Das Design der Armaturen ist immer schlank und zeitlos schlicht. Wandarmaturen werden beliebter, denn sie gewähren mehr Bewegungsfreiheit und der Waschtisch ist einfacher zu reinigen.

Waschtisch

Im Trend: eckiger Waschtisch, Wandarmatur und Badmöbel aus Holz.

Ob zum Schminken oder zum Rasieren: Licht und Spiegel müssen passen. Es braucht direktes und indirektes Licht. Gerne werden beheizte Spiegel ausgewählt, weil sie nicht anlaufen. Wer seinen Stauraum optimieren will, greift zu einem Spiegelschrank.

Projekt Bad-Sanierung 

Wer sein eigenes Bad zur einer Wohlfühloase umgestalten möchte, müsse keine Angst vor der Sanierung haben: „Es gibt immer Lösungen“, erklärt der Geberit-Chef. „Für eine Komplettsanierung mit Elektriker, Fliesenleger etc. muss man zwei Wochen einberechnen. Wird nur der Duschplatz ausgetauscht, können die Arbeiten in drei Tagen bewerkstelligt werden.“

Dusch-WC

Das Dusch-WC erobert die heimischen Badezimmer.

Hotels als Vorreiter

Beim Dusch-WC explodiert gerade die Nachfrage, wie Guido Salentinig berichtet: „Man muss es ausprobiert haben. Über viele Jahre war daher der Hotelier im Fokus, der seinen Gästen diesen Wow-Effekt bieten möchte. Der Gast testet es im Urlaub und möchte es danach oft für Zuhause haben.“ Lukas Koller baut gerade das Palais Chotek in der Währinger Straße in Wien zu einem modernen Stadthotel um: „Als Hotelier ist mir wichtig, dass sich die Gäste im Hotel und ganz besonders im Badezimmer wohlfühlen. Hier wurde an eine Fußbodenheizung genauso gedacht wie an flauschige Frotteeware.“ Eine Walk-In-Dusche, schallgeschützte Verrohrungen und ein Dusch-WC gehören in jedem der 164 Zimmer zum Standard. Letzteres schätzen vor allem Gäste aus Japan und dem arabischen Raum.

Bad als Kauf-Kriterium? 

Das Badezimmer gewinnt auch im Neubau an Bedeutung. Sowohl bei Mietern als auch Eigentümern sind die Ansprüche gestiegen wie Isabella Stickler von Alpenland Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft bestätigt: „Ein funktionales und gut gestaltetes Bad wird als wesentlicher Bestandteil der Wohnqualität wahrgenommen. Gerade bei kleineren Wohnflächen gewinnt es zusätzlich an Bedeutung als persönlicher Rückzugsraum.“ Andrea Jarisch vom Immobilienentwickler S+B ergänzt: „Das Bad ist sicher nicht das Hauptentscheidungskriterium. Sollte man aber zwischen zwei gleichwertigen Objekten entscheiden, so kann die Ausgestaltung das Zünglein an der Waage sein.“ Und dann gibt es noch den wirtschaftlichen Aspekt: „Hochwertige Produkte sorgen für Komfort im täglichen Gebrauch und reduzieren langfristig Wartungs- und Instandhaltungskosten“, so Isabella Stickler.

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