Marktanalyse: Was den Wiener Immobilienmarkt wieder antreibt

Der Blick in die Statistik des Vorjahres zeigt, dass das Geschäft mit Immobilien besser gelaufen ist, als gedacht. Die Kaufpreise könnten bald wieder anziehen.
RE/MAX-ImmoSpiegel: Moderate Preissteigerungen, Verkäufe rückläufig

Der österreichische Immobilienmarkt hat eine Durststrecke hinter sich. Während die Jahre 2012 bis 2020 von einem kontinuierlichen Aufschwung geprägt waren, haben die Corona-Krise, die steigenden Zinsen und die strengeren Kredit-Vergabe-Regeln einen Einbruch der Branche zur Folge gehabt. Das Kaufinteresse war bescheiden, die Stimmung schlecht, Bauträger schoben geplante Neubauten auf die lange Bank.

Doch seit einigen Monaten tut sich wieder etwas, manche Entwickler trauen sich wieder, ein Risiko einzugehen. 2025 hat sich die Trendumkehr bereits abgezeichnet, wie das Immobiliennetzwerk Remax erhoben hat.

Der Markt ist im Vorjahr wieder etwas in Schwung gekommen, die Verkäufe von Wohnungen und Häusern stiegen im Jahresvergleich um 16,8 Prozent. Mit 34,61 Mrd. Euro konnte rund 20 Prozent mehr Umsatz erzielt werden. Die Anzahl der Immobilienverkäufe liegt mit 117.782 Eintragungen in amtliche Grundbücher bei 91,4 Prozent des Zehnjahresdurchschnitts.

Vorarlberg und Wien besonders stark 

Am stärksten war der Aufschwung in Vorarlberg und in Wien, zeigt der Blick in die Bundesländer. Spitzenreiter war Vorarlberg, das Bundesland verzeichnete ein Plus von 26,2 Prozent bei den Transaktionen – mit einem Anstieg von 24,4 Prozent rangiert Wien gleich auf Platz zwei. Mit etwas Abstand folgen die Steiermark (19,2 Prozent), Niederösterreich und Salzburg (17,2 Prozent). Etwas geringer war das Marktwachstum in Kärnten (12,3 Prozent), gefolgt von Oberösterreich, Tirol (10,3 Prozent) und dem Burgenland (8,5 Prozent). Der Blick in die Wiener Bezirke zeigt, dass Hernals bei den Verbücherungen am meisten zugelegt hat, gefolgt von Wieden, Ottakring und Donaustadt.

Über alle Immobilienkategorien hinweg wurde mehr verkauft, ausgenommen davon sind Landwirtschaften, Weingärten und Seegrundstücke. Besonders gute Transaktionsdaten verzeichneten Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Wohnungen und Pkw-Abstellplätze. Weniger gut liefen die Verkäufe von Zinshäusern und Dachgeschoßwohnungen.

Weitere Erholung in Sicht

Für 2026 deutet vieles auf eine weitere moderate Erholung hin, sofern die Rahmenbedingungen für Investitionen und Wohnraumschaffung passen. Laut Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer von Remax Österreich, führen sowohl die rückläufige Inflation, sinkende Zinsen sowie psychologische und Gewöhnungseffekte zur Trendumkehr am Immobilienmarkt. Gemeint ist mit den Effekten etwa das Ende der KIM-Verordnung (die strenge Kreditvergaberegeln vorschreibt) und der Nullzinsphase. Um eine drohende Preisrallye zu dämpfen, fordert Reikersdorfer jedoch Maßnahmen zur verstärkten Wohnraumschaffung, also mehr Neubau

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