Mietmarkt: Warum Schnelligkeit und Bonität entscheidend sind
Der Nachfragedruck am Mietmarkt ist groß. Ein Experte des Fachverbands nannte kürzlich die Zahl von hundert Anfragen pro Mietwohnung pro Tag. Kaum inseriert, ist das Objekt auch schon wieder weg. Wie schafft man es da, den Zuschlag zu bekommen?
„Abgesehen von der Bonität ist die Schnelligkeit das A und O“, sagt Bernhard Stachl, Prokurist der IMV Immobilienmakler GmbH.
Bernhard Stachel von der IMV.
In einem zweiten Schritt werden die Bonitätskriterien geprüft. Es gehe um die letzten drei Lohnzettel und eine Ausweiskopie. Die Relation von Einkommen zur Miethöhe, die akzeptiert wird?
„Früher waren 30 Prozent des Nettoeinkommens für die Miete üblich, mittlerweile sind es bis zu 50 Prozent“, so Stachl. „Man schaut aber auch, ob der Arbeitgeber seriös ist und wie lange man schon beim Arbeitgeber ist. Erst seit drei Monaten, oder schon ein bisschen länger? Das Bauchgefühl soll stimmen.“
Selbstständige legen statt Lohnzetteln eine Bestätigung vom Steuerberaten vor sowie Veranlagungen vom Finanzamt. Es laufe oft darauf hinaus, dass man die Kaution etwas erhöht oder sich auf eine Mietzinsvorauszahlung einigt, wenn die Einkommenssituation nicht klar ist oder jemand neu bei einem Arbeitgeber ist.
Die höhere Kaution wird für einen gewissen Zeitraum vereinbart. Stachl: „Mehr als sechs Monatsmieten dürfen es nicht sein, man einigt sich dann meist auf vier oder fünf statt der üblichen drei.“
„Wenn die Unterlagen kein schlüssiges Bild ergeben, kann man eine Bonitätsauskunft zurate ziehen“, so Stachl. Es gebe Vermieter, die eine Selbstauskunft verlangen oder ergänzende Unterlagen wie eine Haushaltsrechnung. „Was immer mehr wird, das kannten wir bisher nur aus Deutschland, sind Bewerbungsschreiben“, so Stachl.
Dies helfe bei gleich guten Bewerbern. Denn es sei eine große Entscheidung für den Vermieter, an wen man vermietet. Was am Ende darüber entscheidet, wer den Zuschlag bekommt?
Meist sind es bei der Besichtigung sehr viele Interessenten, viel weniger schicken dann Unterlagen. Man sehe sich an, welche seriös und umfassend übermittelt wurden. Dann geht es darum, wie rasch sich Mietinteressenten entscheiden können.
Und zwar nicht nur, ob sie die Wohnung wollen und den Mietvertrag unterzeichnen, sondern auch, ob der Mietvertragsbeginn passt. Waren früher zwei Monate Usus, müssen Mieter nun bereit sein, die Wohnung binnen zwei bis vier Wochen zu übernehmen - auch zur Monatsmitte, sonst bekommen sie den Zuschlag nicht.
Für Mieter bedeutet das oft eine Doppelbelastung, die alte Wohnung muss während der Kündigungsfrist noch bezahlt werden, während der neue Mietvertrag schon läuft.
Stichwort Bürgen
Eine Bürgschaft wird vor allem bei Studenten gefordert. Ein oder beide Elternteile müssen dann bürgen. Dafür müssen auch sie Einkommensnachweise vorlegen. „Die Bürger unterschreiben und haften uneingeschränkt für die Inhalte des Mietvertrags.“
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