Wie die KI die Wartung und den Energieverbrauch von Immobilien steuert

Die Verschleißdiagnose eines Aufzugs, die Steuerung der Temperatur je nach Belegung: Wie die KI kann die Arbeit von Hausbesitzern erleichtert.
Sensoren überwachen den Lift in einem Wohnhaus und sagen voraus, wann eine Wartung fällig wird.

Die künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. „Früher haben wir alle mit Google gearbeitet, wir wussten nicht, dass dahinter eigentlich KI steckt“, sagt Elaheh Momeni, Co-Founderin von E-Mentalist, einem Schwesterunternehmen der Advicum Consulting, spezialisiert auf KI-Lösungen. Momeni ist überzeugt, dass die KI im gesamten Immobilienzyklus Kosten sparen und die Effizienz steigern kann – von Planung, Entwicklung und Bewirtschaftung bis Immobilienmanagement.

 Grundsätzlich gebe es zwei Wege, wie die KI die Arbeit von Maklern, Bauträgern und Verwaltern unterstützen kann: einerseits die physikalische KI, andererseits die agentic KI. „Letztere setzt Aktionen, schickt eine Mail, senkt die Wärme in einem Gebäude“, erklärt die Expertin.

46-222470009

Elaheh Momeni, Co-Founderin von E-Mentalist, einem Schwesterunternehmen der Advicum Consulting

„Mittlerweile haben viele Unternehmen es geschafft, Daten zu digitalisieren, einiges ist aber noch handgeschrieben, die Daten sind auch in verschiedenen Systemen erfasst, in gescannten Dokumenten und Bildern zum Beispiel. Mithilfe der agentic KI kann man Systeme synchronisieren.“

Robotik, Drohnen und Sensoren

Die physikalische KI kann etwa fürs Baustellenmonitoring genutzt werden, da sie mit Robotik, Drohnen und Sensoren vernetzt werden kann. Sie erstellt etwa einen Wartungskalender und informiert zuständige Stellen, wenn es einen Mangel gibt. „Man kann die smarten Systeme mit Wetterdaten kombinieren, oder mit der Belegung von Gebäuden. Heute ist zum Beispiel das Gebäude sehr voll, daher wird die Temperatur gesenkt“, so Momeni.

Engineer developing AI diagnostics tool in photovoltaic factory

Baustellen-Überwachung mittels KI

Freilich gebe es auch Risiken. Der EU-AI-Act kategorisiert vier Risikostufen, die im Umgang mit künstlicher Intelligenz bewertet werden müssen. Dabei stellt sich die Frage, wie tief man in die Datenerfassung hineingeht, etwa das Alter von Personen zu erfassen sei oft nicht erforderlich. „Wenn wir KI entwickeln, ist es wichtig, zu verstehen, wie das Modell zu Ergebnissen kommt“, so die Expertin.

„Die Lösung ist, Menschen in KI-Schleifen einzubinden, um die Kontrolle zu behalten, das wird als Human-in-the-Loop bezeichnet.“ Menschliches Fachwissen und Urteilsvermögen wird in KI-Systeme integriert. Momeni: „Die Letztentscheidung muss beim Menschen liegen“. Gleichzeitig ist es auch immer wichtig, zu wissen, von welchen Quellen die Informationen stammen, es brauche eine nachvollziehbare Kette an Quellenangaben.

Für den Einsatz von KI in Unternehmen ist die Weiterbildung der Mitarbeiter wichtig. „Es reicht nicht, ein Tool zu kaufen. Man muss sich anschauen, wie die Lösung zum Unternehmen passt“, so die Expertin. „Ein kleiner Use-Case, der die Formulierung meiner Inserate oder nicht-sensitive Informationen aus Verträgen automatisiert, kostet vielleicht 20 oder 30 Euro im Monat“, beziffert Momeni. Maßgeschneiderten Lösungen sind entsprechend teurer.

Kommentare