Zukunft trifft Geschichte: So wurde ein Architektur-Juwel erfolgreich saniert

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Vom Bestand zur Beständigkeit: Wie ein uraltes Bregenzerwälder Haus zum modernen Zuhause wird.

Inmitten des historischen Ortskerns von Schwarzenberg steht ein Haus, das die Zeit überdauert hat – und dennoch im Hier und Jetzt angekommen ist. Haus 471, so schlicht der Name, so vielschichtig das Projekt: mehr als 120 Jahre alt, mit originaler Holzschindelfassade, Kassettendecke und Kachelofen. Mit großer Sensibilität wurde es saniert und für eine Großfamilie fit für die Zukunft gemacht – unter der Planung von Architekt Jürgen Haller und der Projektleitung eines langjährigen Freundes der Familie, für den das Haus zum Herzensprojekt wurde.

Ein Projekt, das beispielhaft zeigt, wie Kulturerbe und Klimaschutz keine Gegensätze sein müssen, sondern einander bedingen. Die größte Herausforderung lag nicht im Spagat zwischen Denkmalschutz und modernen Bedürfnissen, sondern darin, das Haus so zu erneuern, dass seine Authentizität nicht verloren geht. Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und regionalen Handwerker wurde jedes Detail analysiert – von der verschindelten Giebelfassade bis zu den kunstvoll eingelegten Böden.

Dachgeschoß mit Holzwand

Helle Holzoberflächen auch im Obergeschoß.

Ganz viel Holz 

Im Erdgeschoß entstand eine neue Kassettendecke aus heimischem Holz, gefertigt in traditioneller Technik, in die moderne Beleuchtung dezent integriert wurde. Sie wirkt, als wäre sie immer schon da gewesen. Auch im Inneren blieb der Charakter der alten Stuben spürbar – feine Proportionen, natürliche Materialien, klare Handwerkskunst.

Von außen fügt sich das Gebäude selbstverständlich in das bauliche Ensemble von Schwarzenberg ein: mit seiner hellen Schindelhaut, den hölzernen Fensterläden und dem handwerklich restaurierten Sockel. Und doch verrät jedes Detail, dass hier kein museales Denkmal steht, sondern ein lebendiges Haus, dessen Architektur weitergeschrieben wird.

Holzstube

Neue Kassettendecke im Erdgeschoß.

Leidenschaft für das Projekt

Entscheidend für die gelungene Umsetzung war das Engagement des Projektleiters – selbst Handwerker und treibende Kraft hinter der Realisierung. Mit seinem Fachwissen, Gespür und unermüdlichem Einsatz hat er das Projekt maßgeblich geprägt und zu einem harmonischen Ganzen geführt. Haller beschreibt es als „eine Zusammenarbeit, wie man sie sich wünscht – getragen von Leidenschaft, gegenseitigem Vertrauen und einem gemeinsamen Verständnis von Qualität“. 

Gerade in Zeiten, in denen Bauen zunehmend mit Ressourcenverbrauch gleichgesetzt wird, erinnert Haus 471 daran, dass das Weiterbauen im Bestand nicht nur kulturell wertvoll ist, sondern auch ökologisch sinnvoll. Was über Generationen gewachsen ist, trägt Beständigkeit in sich.

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