LEBANON-RUSSIA-UKRAINE-CONFLICT-GRAIN-SYRIA

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Wirtschaft

"Illegale Ladung": Libanon setzte Schiff mit ukrainischem Getreide fest

Ukrainischer Botschafter in Beirut glaubt, dass Getreide aus von Russland besetztem Gebiet stammt.

07/31/2022, 05:56 AM

Im Libanon ist am Samstag ein Schiff mit Getreide auf Antrag der ukrainischen Botschaft festgesetzt worden. Der Staatsanwalt Ghassan Queidat habe die Polizei mit Ermittlungen zur Ladung der im Hafen von Tripoli eingelaufenen "Laodicea" beauftragt, sagte ein Justizbeamter. Er "ordnete die Beschlagnahme des Schiffes an, bis die Untersuchung abgeschlossen ist". Laut dem ukrainischen Botschafter stammt das Getreide aus von Russland besetzten Gebieten seines Landes.

Der Diplomat Igor Ostasch hatte sich am Donnerstag wegen der "illegalen" Ladung des unter syrischer Flagge fahrenden Schiffes an den libanesischen PrĂ€sidenten Michel Aoun gewandt. Dem Justizbeamten zufolge wurde die libanesische Polizei angewiesen, fĂŒr ihre Ermittlungen mit der ukrainischen Botschaft zusammenzuarbeiten.

TĂŒrkische Reederei

Ersten Erkenntnissen zufolge gehört die Reederei der "Laodicea" einem tĂŒrkischen Staatsangehörigen und das Getreide einem syrischen HĂ€ndler, wie der Beamte ausfĂŒhrte. Ein Teil der Ladung sollte demnach im Libanon ausgeladen werden, der Rest war fĂŒr Syrien bestimmt. Nach Angaben des libanesischen Außenministeriums handelt es sich um "Gerste und Mehl".

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Ein Zollbeamter sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Schiffspapiere seien "in Ordnung, und es gibt keinen Beweis dafĂŒr, dass die Waren gestohlen wurden". Die tĂŒrkischen Behörden hĂ€tten das Schiff bereits beschlagnahmt, "sollte es unter Sanktionen fallen". Im wirtschaftlich schwer angeschlagenen Libanon herrscht derzeit große Brotknappheit.

Die Ukraine wirft Russland regelmĂ€ĂŸig vor, landwirtschaftliche Produkte und insbesondere Getreide aus besetzten Gebieten zu "stehlen". Zugleich bereitet die Ukraine derzeit die Wiederaufnahme seiner Getreideexporte im Rahmen eines unter UNO-Aufsicht ausgehandelten Abkommens mit Moskau vor. Millionen von Tonnen ukrainischen Getreides können derzeit wegen einer russischen Seeblockade und ukrainischer Seeminen nicht ausgefahren werden.

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