Ikea erweitert Filialnetz durch Abholstationen

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Expansion
12/02/2015

Ikea in Kleinformat zieht im März nach St. Pölten

Die neue Filiale im Traisenpark wird mehr Abhol- und Servicestation denn Shop sein.

Ikea zieht es nach Sankt Pölten – mit einem neuen Konzept. Ende März 2016 wird eine Abhol-und Servicestation im Traisenpark eröffnet. Gut eine Million Euro investiert Ikea in den neuen Standort mit rund 20 Mitarbeitern. Mit lediglich 1.804 Quadratmetern Fläche ist der Shop deutlich kleiner als eine durchschnittliche Ikea-Filiale - der Standort Wien-Nord verfügt beispielsweise über 27.000 Quadratmeter.

Wenig zum Mitnehmen

An Beratung und Möglichkeiten zur Planung von Küche, Bad und Kasten soll es in der Landeshauptstadt nicht mangeln, dafür ist die Anzahl der verfügbaren Produkte begrenzt. Für alle anderen Teile bestehen zwei Möglichkeiten: Man bestellt und lässt sich die Ware nach Hause liefern, oder man bestellt und holt die Produkte ein bis zwei Tage später auf der Rückseite des Traisenparks ab. Ansonsten müssten die Kunden knapp eine Stunde nach Vösendorf oder Wien Nord fahren, oder gar eineinhalb Stunden ins oberösterreichische Haid, wie Projektleiter Uwe Kurz betont.

Keine Köttbullar

Ausgestellt werden im Erdgeschoß des Traisenparks Ausschnitte von Musterzimmern, die einmal im Monat verändert werden - eine Markthalle oder ganze Musterzimmer wird es nicht geben. Auch für ein Restaurant ist auf dieser Fläche kein Platz - Köttbullar-Fans müssen also weiterhin auf die Westautobahn auffahren. "Es handelt sich um ein völlig neues Konzept", erklärte Ikea-Sprecherin Barbara Riedl dem KURIER. Ziel sei, auch außerhalb der Ballungsräume Standorte aufzubauen. Danach gefragt, ob noch weitere dieser "Mini-Ikeas" folgen, sagte Riedl: "Das steht noch in den Sternen."

Vorarlberger Pläne

Auch in Vorarlberg sieht das Unternehmen einen weißen Fleck in Österreich. Interesse hat Ikea an einem Standort in Lustenau. "Der Ball liegt nicht bei uns", sieht Riedl aber die Politik am Zug. Die geplante Ansiedelung nahe dem Millennium Park hat für politische Debatten gesorgt und wurde auch im Vorarlberger Landtag kontrovers diskutiert. Derzeit wird die Auswirkung einer neuen Ikea-Filiale auf den Verkehr in der Region geprüft.

In Wolfurt ist seit zwei Monaten eine Abholstation in Betrieb, wo Kunden ausschließlich bestellte Ware in Empfang nehmen können, um nicht zum nächsten Einrichtungshaus nach Tirol fahren zu müssen. Am Montag eröffnet Ikea nach einem Jahr Bauzeit die erweiterte Filiale in Innsbruck, in die das Unternehmen 27 Millionen Euro investiert hat.

Ikea verfügt derzeit über sieben Einrichtungshäuser in Österreich - in Wien Nord, Vösendorf, Haid, Graz, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck, sowie über eine Abholstation in Wolfurt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende August) wurde der Umsatz im Jahresvergleich von 654,3 Millionen auf 655,9 Millionen Euro leicht gesteigert.

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