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Wirtschaft
05/14/2020

Ifo: Deutschland soll von "sensiblen Importen" unabhängig werden

Wirtschaftsforscher: Deutschland trotz Coronapandemie aber insgesamt gut auf Engpässe vorbereitet.

Bei der Versorgung mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung sollte sich Deutschland aus Sicht des Münchner Ifo-Instituts unabhängiger vom internationalen Handel machen.

Gerade bei "sensiblen Importen wie Medizingütern" zeige die Coronakrise, dass Lieferausfälle "drastische Folgen" haben könnten und eine stärkere Diversifizierung der Lieferketten "empfehlenswert" sei.

Insgesamt sei Deutschland aber gut auf Handelsengpässe vorbereitet, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Aufsatz von drei Wissenschaftern für das Institut.

Europa spielt "überragende Rolle"

Die Bundesrepublik beziehe fast 90 Prozent ihrer Importgüter aus mindestens elf Ländern, nur knapp vier Prozent werden aus fünf oder weniger Ländern bezogen, schreiben die Autoren Rahel Aichele, Martin Braml und Lisandra Flach.

Gleichzeitig sei aber knapp ein Fünftel der inländischen Produktion von internationalen Wertschöpfungsketten abhängig, das Produktionsnetz Europa nehme für Deutschland eine "überragende Rolle" ein.

Ausgerechnet Deutschland hatte am Höhepunkt der Pandemie in Italien kurzfristig einen - nach EU-Recht vertragswidrigen - Exportstopp für medizinsche Schutzausrüstungen verhängt.

Offene Märkte nicht gesichert

"Im Falle einer die Welt umfassenden Pandemie ist nicht gegeben, dass Wertschöpfungsketten halten und die Märkte offen bleiben", schreiben die Forscher. Zwar weise Deutschland bei Medikamenten und Medizinprodukten einen Exportüberschuss aus und beziehe 72 Prozent seiner Arzneimittelimporte aus der EU.

Dennoch sollte die deutsche Regierung "einen nationalen Medikamentenvorrat ähnlich den strategischen Ölreserven anlegen" und die Importe noch weiter über Länder, Regionen und Kontinente streuen.

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