Wirtschaft
27.01.2015

Heeres-Fliegerhorst um acht Millionen Euro verkauft

Noch ist unklar, was der Käufer Asset One mit der Liegenschaft vor hat.

Der frühere Heeres-Fliegerhorst Nittner in Graz-Thalerhof ist an den Immobilienentwickler Asset One verkauft worden, so die für den Verkauf militärischer Liegenschaften zuständige SIVBEG am Dienstag. Der Kaufpreis beträgt acht Millionen Euro. Was man damit vorhabe, wurde seitens Asset One nicht präzisiert. Zuletzt war in Medien über eine Nutzung als Asylwerber-Heim spekuliert worden.

Die SIVBEG (Strategische Immobilien Verwertungs- Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft) hat den Fliegerhorst auf der westlichen Seite der Piste des Flughafen Graz-Thalerhof im Auftrag des Verteidigungsministeriums verkauft. Asset One-Alleineigentümer Alfred Müller sagte, man werde nun verschiedene Nutzungsmöglichkeiten prüfen. Die Asset One hat bisher schon große Teile der Reininghaus- und Puntigam-Gründe erworben und teilverwertet.

Die Grundstücksfläche der aufgelassenen Luftwaffenbasis beträgt rund 385.000 Quadratmeter, davon sind rund 225.000 Quadratmeter Waldflächen. Auf der Liegenschaft befinden sich unter anderem zwei Flugzeughangars mit jeweils rund 3.600 Quadratmeter Hallenfläche sowie ein Büro- und Unterkunftsgebäude, ein Wirtschaftsgebäude mit Großküche und mehrere kleinere Büro-, Lager- und Werkstättengebäude.

Kaufpreis liegt über Erwartungen

Der Kaufpreis von acht Millionen Euro dürfte über den Erwartungen des Ministeriums gelegen sein: In einer Liste des Verteidigungsministeriums vom Februar 2011 mit den zu erwartenden Erlösen aus Liegenschaftsverkäufen waren für den Fliegerhorst noch rund fünf Millionen Euro veranschlagt worden.

Der Fliegerhorst war bis 2009 einer der Einsatzflughäfen des Bundesheeres, hier waren zuletzt Teile des Überwachungsgeschwaders mit Saab 35 Oe "Draken" stationiert gewesen. Die Spekulationen über eine Nachnutzung waren breit gestreut gewesen: Von einer Nutzung als Asylwerberunterkunft bis zu einer Werft zur Wartung und zum Umbau ukrainischer Frachtmaschinen vom Typ Antonow An-124-100 war die Rede gewesen. Für letzteres Vorhaben hatte es 2007 sogar schon einen Vorvertrag gegeben.