KV-Abschluss: Bis zu 2,7 Prozent mehr in der Elektroindustrie
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In der fünften Verhandlungsrunde haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften Donnerstagabend doch noch auf einen neuen Kollektivvertrag für die Elektro- und Elektronikindustrie geeinigt. Die Ist-Löhne und -Gehälter sollen laut Aussendungen beider Seiten um 1,85 Prozent plus 22 Euro steigen und somit - laut Gewerkschaften - um bis zu 2,7 Prozent. Die KV-Mindestlöhne und -gehälter, Lehrlingseinkommen sowie kollektivvertragliche Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden um 3 Prozent erhöht.
Arbeitnehmer: "Es stand Spitz auf Knopf"
Ein im Raum stehender Streik, für den es bereits eine Streikfreigabe seitens des Gewerkschaftsbundes (ÖGB) gab, wurde somit abgewendet. "Es stand Spitz auf Knopf", erklärten dazu die beiden Verhandler auf Arbeitnehmerseite Reinhold Binder (ProGe) und Eva Scherz (GPA) in einer gemeinsamen Aussendung. "Mit Betriebsversammlungen, Solidarität und Streikentschlossenheit mussten sich die Belegschaften den Respekt und die Wertschätzung erst erkämpfen."
"Unser vorrangiges Ziel war es, in diesen durch geopolitische Verschiebungen, regulatorische Unsicherheiten und technologische Disruption wirtschaftlich herausfordernden Zeiten heuer deutlich unter der rollierenden Inflation abzuschließen - das ist uns gelungen", kommentierte der Obmann des Wirtschaftskammer-Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), Wolfgang Hesoun, den Ausgang der Verhandlungen. Der Fokus sei auf dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gelegen.
Gesundheitstage für ältere Beschäftigte
Die Lohnerhöhungen sollen ab 1. Mai gelten. Die Zulagen für die zweite und dritte Schicht würden über drei Jahre um 47 Cent auf 1,50 Euro bzw. über zwei Jahre um 34 Cent auf 4 Euro pro Stunde angehoben. Dazu kommen Gesundheitstage für Beschäftigte über 40 bzw. mit mehr als 20 Dienstjahren. Beschäftigte können einen Gesundheitstag pro Jahr als Freizeittag nutzen. Eine zusätzliche Pflegefreistellung soll es für Eltern von Kindern mit Behinderung geben.
Die beiden Gewerkschaften hatten 3,5 Prozent mehr Lohn oder Gehalt gefordert. Die Arbeitgeber - vertreten durch den Wirtschaftskammer-Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) - hatten im Lauf der Verhandlungen eine Lohn- und Gehaltserhöhung um ein Prozent vorgeschlagen sowie ein zweistufiges Modell mit sofortiger Erhöhung und möglicher Nachbesserung im Herbst. Die Branche beschäftigt rund 72.500 Menschen (Stand Ende 2024), davon unterliegen rund 60.000 dem Elektro-KV.
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