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Wirtschaft
11/03/2019

Gas und Strom wurden teurer: Wie man sich Geld sparen kann

Haushalte bezahlen freiwillig zu viel. Ein guter Grund zu überprüfen, ob ein Wechsel des Lieferanten Sinn macht.

von Andreas Anzenberger

In den vergangenen Monaten mussten die Kunden zwischen 10 und 20 Prozent mehr für Strom ausgeben. Die Lieferanten haben ihre Tarife angehoben. Ein durchschnittlicher Haushalt bezahlt heuer im ganzen Jahr laut E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch zwischen 30 und 50 Euro mehr als 2018.

Auch Gas wurde teurer. Beim Strom beträgt die maximale Ersparnis durch den Lieferantenwechsel bis zu jährlich 220 Euro. Beim Gas kann es das Doppelte sein. Die E-Control ist die Aufsichtsbehörde für rund 130 Strom- und 30 Gasunternehmen. Sie legt die Netztarife fest und kontrolliert die Marktbedingungen. Der Tarifkalkulator der E-Control gibt Auskunft über die billigsten Angebote.

Wie lange dauert es, den Energie-Anbieter zu wechseln?

„Etwa fünf Minuten“, schätzt Urbantschitsch. Man kann auf der Webseite der E-Control den Tarifkalkulator anklicken. Dann zwischen Gas oder Strom wählen. Auszufüllen sind Angaben wie Postleitzahl und der Netzbetreiber (in Wien die Wiener Netze). Weiters die Haushaltsgröße oder den Verbrauch eingeben sowie den bisherigen Lieferanten. Der Kalkulator berechnet die Preisdifferenz zwischen dem aktuellen Lieferanten und dem billigsten Lieferanten. Es erscheint eine Liste von allen Lieferanten wobei der Billigste auf der Liste ganz oben steht. Die Ersparnis zum aktuellen Anbieter wird angezeigt. Wenn das Angebot passt: „wechseln“ anklicken.

Wer erledigt den Anbieterwechsel?

Das erledigt der neue Lieferant. Sowohl beim Strom, als auch beim Gas. Man überträgt beim Abschluss eines neuen Vertrages den neuen Lieferanten die Kompetenz, die Abmeldung beim alten Lieferanten unter Einhaltung der Kündigungsfristen durchzuführen. Der Netzbetreiber bleibt der Gleiche, außer man wechselt den Wohnort und zieht in ein anderes Bundesland.

Gibt es Probleme beim Anbieterwechsel?

Es gibt laut E-Control keine Probleme. Die Versorgungssicherheit wird durch den örtlichen Netzbetreiber sichergestellt. Gewechselt wird nur der Energielieferant. Etwa ein Drittel der Stromrechnung der Haushalte sind die reinen Energiekosten, ein weiteres Drittel sind Steuern und der Rest ist die Abgabe für den Netzbetreiber.

Hilft der Kalkulator auch bei der Suche nach Ökostrom?

Ja. Der Kalkulator hilft nicht nur den günstigsten Anbieter auszuwählen, sondern man kann auch nach seinen eigenen Kriterien wählen. „Vielen Menschen ist es zum Beispiel wichtig, ein Ökostrom-Produkt auszusuchen“, weiß Urbantschitsch. Die E-Control überwacht auch die Zertifikate für die Kennzeichnung von Strom als Ökostrom.

Worauf ist beim Anbieterwechsel zu achten?

Es gibt Angebote mit einmaligen Begrüßungsrabatten. „Man bekommt im ersten Jahr einen sehr günstigen Strompreis, aber man sollte darauf achten, wie es im zweiten Jahr weitergeht“, rät der E-Control-Vorstand. Es ist möglich, dass im zweiten Jahr die Energiepreise deutlich steigen und die Vorteile des ersten Jahres dahin sind.

Sind Angebote mit Gratisstrom seriös?

Manche Anbieter versprechen ein halbes Jahr Gratis-Strom bei einer mehrjährigen Vertragslaufzeit. Das muss über die gesamte Laufzeit gerechnet nicht günstiger sein. „Grundsätzlich sehen die gesetzlichen Vorschriften vor, dass man nicht länger als ein Jahr binden kann“, weiß der E-Control-Vorstand.

Kann man Lockangebote vergleichen?

Beim Tarifkalkulator der E-Control gibt es die Frage „Einmalige Wechselrabatte miteinbeziehen: Ja oder Nein“. Die Kunden können so die beiden Varianten mit und ohne Einmalrabatt berechnen lassen.

Wie können die Kunden am meisten Geld sparen?

Urbantschitsch empfiehlt den Sparsamen den jährlichen Anbieterwechsel. So ist es möglich, jedes Jahr den billigen Locktarif zu bekommen. Die Lieferanten rechnen damit, dass nur ein Teil der Kunden jährlich den Energie-Anbieter wechselt. Das ist teilweise richtig. „Es gibt aber genug Mehrfachwechsler“, weiß Urbantschitsch. „Der Aufwand ist ja nicht groß.“

Was sind Angebote mit flexiblen Stromtarifen?

Ist mehr Strom da, als gebraucht wird, dann sinkt der Preis. Ist Strom knapp, dann steigt der Preis. Für flexible Tarife benötigen die Haushalte einen Smart Meter und die Ablesung des Verbrauchs im 15-Minuten-Takt. Beim Tarifkalkulator gibt es die Frage, ob ein Smart Meter da ist und damit ein Lastprofil erstellt wurde. Beides ist bei einem flexiblen Tarif wichtig.

Gibt es Hilfe bei komplizierten Rechnungen?

Die E-Control hat eine Energie-Hotline eingerichtet (0810-102554, 0,044 Euro/Minute ) und bei Streit mit dem Lieferanten gibt es eine Schlichtungsstelle.

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