Boeing 737 Max-Flugzeuge, die in Seattle eingestellt sind

© REUTERS/Gary He

Wirtschaft
11/19/2019

Furchtlos: Boeing findet Abnehmer für Unglücksmaschine 737 MAX

Eine Airline hat gleich 30 der US-Mittelstreckenjets geordert. Mit dem Argument, man wolle "das Fliegen erschwinglich machen".

von Hermann Sileitsch-Parzer

Das nach zwei Abstürzen mit  Flugverboten belegte Boeing-Flugzeugmodell 737 Max entpuppt sich auf der Luftfahrtmesse in Dubai als unerwarteter Verkaufsschlager.

Gleich mehrere Fluggesellschaften kündigten dort Bestellungen von insgesamt bis zu 50 Maschinen des Typs im Wert von rund sechs Milliarden Dollar an.

Furchtlose Kasachen und Türken

So gab die Fluggesellschaft Air Astana aus Kasachstan am Dienstag die Bestellung von 30 der Mittelstreckenjets bekannt. „Wir machen das Fliegen für die Menschen in Kasachstan erschwinglich“, sagte Alma Aliguzhinova, Vorstandsmitglied der Fluglinie. 

Dazu soll die Billigfluglinie FlyArystan gegründet werden, die mit den 737-8 MAX ausgestattet wird. Ende 2021 werde die Auslieferung der ersten Maschinen beginnen.

Am Montag hatte bereits die türkische Fluglinie SunExpress, ein Gemeinschaftsunternehmen von Turkish Airline und Lufthansa, erklärt, bei dem US-Flugzeugbauer zehn weitere 737 Max-Maschinen bestellt zu haben, zusätzlich zu 32 bereits georderten Flugzeugen des gleichen Typs.

Zudem soll Insidern zufolge eine weitere, namentlich nicht genannte Fluggesellschaft zehn Boeing 737 Max geordert haben.

Insgesamt 346 Todesopfer

Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten müssen Maschinen dieses Typs weltweit am Boden bleiben. Eine fehlerhafte Software wird für die Unglücke verantwortlich gemacht.

Boeing verbrachte die vergangenen Monate damit, die Probleme zu untersuchen, Lösungen zu entwickeln und auch die Pilotenschulungen anzupassen.

Die Luftfahrtbehörden muss das allerdings noch genehmigen, damit die Flugzeuge wieder abheben können. Der Flugzeughersteller rechnet damit ab Januar. Die Auslieferung von 737-MAX-Maschinen an Kunden könnte schon im Dezember wieder aufgenommen werden, hatte Boeing vergangene Woche erklärt.

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