Symbolbild.

© KURIER

Wirtschaft
01/26/2021

Nur noch mit Test oder Impfung ins Flugzeug

Eine EU-weite Regelung ist in Arbeit. Airlines und Flughafen Wien planen ein Test-Center, Landeverbote werden umgangen.

von Andrea Hodoschek

Luftfahrtbranche und Politik arbeiten derzeit EU-weit an einer Lösung, wie der  Tourismus und der Flugverkehr im Sommer wieder angekurbelt werden sollen. „Reintesten in den Sommerurlaub“ nennt Luftfahrt-Staatssekretär Magnus Brunner die Strategie. Nur wer einen negativen Test oder eine Impfung vorweisen kann, soll fliegen dĂĽrfen.

Zuversicht

Brunner zeigte sich am Dienstag nach einem Luftfahrtgipfel im Klimaministerium zuversichtlich, dass dieser Plan bis zum Beginn der Sommersaison EU-weit realisiert wird. Theoretisch könnte Österreich einen nationalen Alleingang machen, „aber das hat besonders in der Luftfahrt keinen Sinn“.

Die Airlines sind optimistisch, gemeinsam mit dem Flughafen Wien die Infrastruktur und ein Test-Center zeitgerecht aufzustellen. „Wir sind guter Dinge, das organisatorisch hinzubekommen, und warten nur noch auf die genauen Vorgaben“, sagt AUA-Sprecherin Tanja Gruber.  

Schneller Kontrollen

Im Lufthansa-Konzern wird derzeit an Apps getĂĽftelt, um die Kontrollen der Passagiere zu beschleunigen. Die Golf-Airlines Etihad und Emirates wiederum starten ein Pilotprojekt mit dem Gesundheitspass des Welt-Airlineverbandes IATA. Ziel ist, alle notwendigen Passagier-Infos wie  Impfnachweise, Tests und Einreisebestimmungen digital zu sammeln.   

Ein AUA-Versuch, der bis Mitte Dezember 2020 lief, habe laut Gruber gut funktioniert. Auf der Strecke Wien-Hamburg waren Corona-Tests Pflicht. Die Passagiere konnten sich auf dem Flughafen Wien kostenlos testen lassen.  Insgesamt lieĂźen sich in der ImpfstraĂźe neben dem Check-in-Bereich bereits rund 130.000 Passagiere testen.

Das groĂźe Problem fĂĽr die Airlines sind die weltweit völlig unterschiedlichen Einreise-Regeln, die sich permanent ändern.  Sind Tests bereits bei der Einreise vorgesehen, wird das am Flughafen von den AUA-Mitarbeitern oder Subfirmen geprĂĽft. Brunner sprach sich gegen eine „Impfpflicht durch die HintertĂĽr“ aus. Wer sich nicht impfen lassen wolle oder könne, fĂĽr den mĂĽsse es Lösungen geben wie etwa Tests.

Landeverbote Verbote fĂĽr Flieger aus Hochrisikoländern wie GroĂźbritannien, Irland  und SĂĽdafrika hält Brunner (Ă–VP) im Gegensatz zum grĂĽnen Gesundheitsminister Rudolf Anschober  angesichts der Umgehungen fĂĽr nicht mehr zielfĂĽhrend: „Wirksamer wäre eine „Doppelstrategie“. Alle Passagiere aus Hochrisikoländern sollten, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, direkt vor dem Abflug getestet werden. Nach der Landung könnten sich die Fluggäste nach einigen Tagen aus der Quarantäne (ein zweites Mal) freitesten.

Viele Jobs erhalten

De facto gelten die vorläufig bis 7. Februar verlängerten Landeverbote ohnehin nur fĂĽr  DirektflĂĽge nach Ă–sterreich. Passagiere aus SĂĽdafrika kommen mit Turkish, Emirates oder Ethiopian Airlines ĂĽber Zwischenstopps nach Wien. In Bratislava wiederum landen Flieger aus London, die Fluggäste reisen mit Bahn, Bus oder Taxis nach Wien weiter. Deutschland hat die Landeverbote bereits durch Tests ersetzt. Die Passagiere mĂĽssen vor dem Boarding einen Antigen- oder PCR-Test nachweisen.   

Kurzarbeit 95 Prozent aller Jobs in der Luftfahrtbranche konnten laut Brunner dank der Kurzarbeit erhalten werden. In der heimischen Gastronomie seien es nur 20 Prozent. Die aktuelle Kurzarbeitsregelung läuft allerdings im Sommer aus, danach mĂĽsse es spezifische Regelungen fĂĽr besonders betroffene Branchen geben. Der Flughafen Wien rechnet nicht vor 2023/24 mit einer Normalisierung des Flugaufkommens. 

Jederzeit und ĂĽberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare