Wirtschaft
25.03.2017

Fleischskandal in Brasilien: EU schickt Lieferungen zurück

21 in Verdacht geratene Produzenten müssen Ware zurücknehmen. Exporte brechen nach Skandal ein.

Wegen des Gammelfleischskandals in Brasilien hat die EU den Import von Fleisch aus dem südamerikanischen Land teilweise ausgesetzt. Die Lieferungen der 21 unter Verdacht stehenden Produzenten würden abgewiesen und zurückgeschickt, erklärte der maltesische EU-Vorsitz am Freitag.

Die Entscheidung fiel bei einem Treffen von Veterinär-Experten aus den EU-Mitgliedstaaten, an dem auch Vertreter der EU-Kommission teilnahmen. Darüber hinaus sollen Kontrollen von Fleischlieferungen aus Brasilien verschärft werden. Anders als China, Mexiko, Hongkong und Chile verhängte die EU aber keinen kompletten Importstopp.

Exporte sind stark gesunken

In Brasilien schlägt der Gammelfleischskandal bereits deutlich auf die Ausfuhren durch. Seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe seien die Exporte von Schweinefleisch und Geflügel um 22 Prozent zurückgegangen.

Brasilien ist der weltgrößte Exporteur von Rindfleisch. Der Gammelfleischskandal dort war vor rund einer Woche bekannt geworden. Nach einer Razzia wirft die Polizei einigen Konzernen vor, vergammelte und überalterte Fleischprodukte auf den Markt gebracht zu haben. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. 21 Firmen gerieten ins Visier der Ermittler.

Die brasilianische Verbraucherschutzbehörde veranlasste am Freitag eine Rückrufaktion. Drei Produzenten müssen nun binnen fünf Tagen ihre Ware aus dem Handel nehmen.