In Europa geht Bargeldnutzung zurück – nur in Österreich nicht

Neben Österreich ist auch Deutschland nach wie vor eine Bargeld-Hochburg.
Mehrere Euro-Geldscheine und Münzen liegen auf einer braunen Geldbörse.

Die Bargeldnutzung ist in Europa zwar weiter rückläufig. Deutschland und Österreich bleiben aber trotzdem die Bargeld-Hochburgen: Österreich (71 Prozent) und Deutschland (73 Prozent) liegen in der Häufigkeit der Bargeldnutzung vorne, wie die neue Zahlungsverkehrsstudie der Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt. Befragt wurden 10.123 Personen.

Auch Junge bevorzugen Bares

"Auch in den digital affinen jüngeren Altersgruppen nutzt mehr als jeder Zweite häufig Bargeld und damit Zentralbankgeld. Als Verbindung zwischen digitalem Fortschritt und Sicherheitsdenken in der aktuellen geopolitischen Situation kann der Digitale Euro einen wichtigen Beitrag zur Resilienz und Souveränität des Zahlungsverkehrs in Europa leisten", kommentiert BearingPoint-Partner Christian Bruck.

Die häufigste Nutzung in beiden Ländern liegt in der Altersgruppe 55 plus mit 80 Prozent in Deutschland und 84 Prozent in Österreich. Digital affine 18- bis 24-Jährige zeigen mit 64 Prozent in Deutschland respektive 57 Prozent in Österreich eine hohe Nutzungshäufigkeit. In Nordeuropa ist die Häufigkeit der Bargeldnutzung am geringsten: In Schweden (25 Prozent), Dänemark (32 Prozent) und Finnland (42 Prozent) wird das Bargeld immer seltener genutzt.

Österreicher offen für Digital-Euro

Während im Länderdurchschnitt jeder Dritte den Digitalen Euro nutzen würde, ist mit 42 Prozent die größere Gruppe noch unentschlossen und zeigt das Potenzial auf. In Österreich würde der Digitale Euro mit rund 40 Prozent am häufigsten genutzt werden, in den Niederlanden mit unter 27 Prozent am wenigsten häufig. Im Norden würde die "Central Bank Digital Currency (CBDC) mit 21 Prozent in Dänemark und 22 Prozent in Schweden als Bargeldergänzung genutzt werden, in der Schweiz liegt der Wert mit 37 Prozent deutlich höher.

Das Online-Shopping ist wie im Vorjahr der präferierte Anwendungsfall mit 37 Prozent für den Digitalen Euro und 31 Prozent für CBDCs. Irland ist beim Digitalen Euro mit 44 Prozent laut der Erhebung Spitzenreiter in der Kategorie Online-Shopping, gefolgt von Finnland mit 40 Prozent. Als zweit wichtigster Anwendungsfall für den Digitalen Euro beziehungsweise CBDC wird im Länderdurchschnitt das Einkaufen im Geschäft mit 28 respektive 22 Prozent genannt.

Kostenfreie Nutzung (41 Prozent) und allgemeine 24/7-Akzeptanz (35 Prozent) bleiben die wichtigsten Kriterien zur Nutzung des Digitalen Euro. Hausbanken genießen das höchste Vertrauen zur Aufnahme und Speicherung der Transaktionsdaten - besonders im Euro-Raum: In Ländern mit Digitalem Euro liegt das Vertrauen in die eigene Hausbank mit 41 Prozent am höchsten und übertrifft deutlich das Vertrauen in EZB/Zentralbanken. Apple und Google würden beim Digitalen Euro/CBDC nur vier Prozent der Befragten ihre Daten anvertrauen.

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