Wirtschaft
28.05.2018

Es wird mehr Plastik verbrannt

China akzeptiert nur noch sortenreines Plastik und verbannt gemischten Müll.

Seit März dieses Jahres ist Schluss: China akzeptiert keine Importe von unsortiertem Plastikmüll mehr. Die Europäer, die bis dahin jährlich Hunderttausende von Tonnen an Kunststoffverpackungen, Folien und Flaschen recht ungeniert ins Land der Mitte geliefert hatten, müssen sich um diesen Müll nun selber kümmern.

„Wir registrieren bereits einen leicht steigenden Anteil von Plastikabfällen in unserer Müllverbrennung“, berichtet Stefan Zach, Sprecher der EVN, die die Verbrennungsanlage in Dürnrohr betreibt. Bezifferbar sei die Menge noch nicht. Anzunehmen sei aber, dass der gemischte Plastikmüll statt nach China vermehrt in heimische Verbrennungsanlagen geliefert werde.

Müll ins Zementwerk

Abfallverbrennungsanlagen seien nicht die Hauptabnehmer. Ein viel größerer Anteil des unsortierten Kunststoffabfalls dürfte bei der Zementindustrie landen. Sie braucht hohe Temperaturen in ihren Produktionsprozessen und dafür ist die Plastik-Verbrennung gut geeignet. Von Österreich ist nach offiziellen Angaben aber nie viel Plastikmüll nach China geliefert worden. Von den geschätzten 500.000 bis 600.000 Tonnen an gemischtem Plastik, das im Jahr in Österreichs Müllkübeln landet, dürfte etwa ein Sechstel nach China exportiert worden sein. Der Großteil ist also schon bisher verbrannt worden.

Vom weltweit anfallenden gemischten Plastikmüll aber sollen 7,3 Millionen Tonnen im Jahr nach China geliefert worden sein. Enorm viel beigetragen zu diesen Exporten hat Deutschland, lassen Daten des EU-Statistikamts vermuten. Rund 1,5 Millionen Tonnen Plastikabfall soll unser Nachbarland demnach im Jahr 2016 nach China exportiert haben. Auch die USA haben ihren Müll in China entsorgt. Medienberichten zufolge sollen 1,4 Millionen Tonnen Altplastik pro Jahr aus den Vereinigten Staaten ins Reich der Mitte geliefert werden – und dort wird der Müll dann verbrannt oder einfach deponiert.