Erste Bank erprobt ab 2014 "Superfilialen"

Erste Bank erprobt ab 2014 "Superfilialen"
Eine pro Wiener Bezirk geplant, Standorte sind noch geheim. Bei den Kunden will das Geldinstitut die Millionenmarke knacken.

Die Erste Bank Österreich, Österreich-Tochter der börsenotierten Erste Group, bastelt an einem völlig neuartigen Filialkonzept. Ein Probelauf soll 2014 beginnen. In Ballungszentren und im Umfeld neuer städtischer Großprojekte sollen große Filialen mit Dutzenden Beratern entstehen - nach bisherigem Stand zumindest in Wien eine pro Bezirk. Daneben sollten in den Bezirken jeweils auch mehrere kleine Filialen für den schnellen täglichen Bankbedarf betrieben werden.

Die Standorte für die neuen Großfilialen wurden noch nicht verraten, weil noch wegen der in Frage kommenden Immobilien verhandelt wird. Die dem Vorstand vorschwebenden Full-Service-Niederlassungen sollen jeweils 30 bis 40 Mitarbeiter haben. Zur Zeit sind es in den rund 120 Erste-Filialen im Schnitt zehn. 2003 hatte die Bank 163 Filialen.

"105 bis 110, viel weniger werden es nicht werden"

Erste Bank erprobt ab 2014 "Superfilialen"
APA2527432 - 29062010 - WIEN - ÖSTERREICH: Die beiden Vorstände der Erste Bank ab 1. Juli 2010, Thomas Uher (l.) und Peter Bosek am Dienstag, 29. Mai 2010, in Wien. APA-FOTO: ROLAND SCHLAGER
Im heurigen Frühsommer sollen Details zum neuen Niederlassungskonzept genannt werden. Es werden Filialen geschlossen und neue eröffnet. Die Gesamtzahl soll sich in den nächsten Jahren vergleichsweise unwesentlich ändern. "105 bis 110, viel weniger werden es nicht werden", erklärten die Vorstände Thomas Uher und Peter Bosek Montagabend vor Journalisten in Wien.

Die Öffnungszeiten werden dabei wieder ein Thema, da müsse man "dranbleiben". Fürs schnelle Geldgeschäft stellt die Bank auch neue Onlinebank-Angebote vor, beschleunigt vom Smartphone-Boom. Zur Zeit wird erprobt, dass Kunden Erlagscheine fotografieren und dann gleich Überweisungen aktivieren können sollen - das Ausfüllen soll entfallen.

Die Millionen ist das Ziel

Rund 860.000 Privatkunden zählt die Erste Bank in Österreich zur Zeit, Ziel ist eine Million. Der Kundenanteil solle von 29 auf dann 33 Prozent steigen. Wachstum erhofft sich die Bank auch bei Firmenkunden, wo sie sich nach dem Rückzug bzw. Teilrückzug anderer Player aus dieser Sparte in Österreich (Stichwort: ÖVAG, BAWAG, Hypo Alpe Adria) gerade neue Chancen ausrechnet.

Bankgeheimnis

Von der Debatte ums Bankgeheimnis sieht sich die Erste mit ihren Kunden weniger erfasst, das Bankgeheimnis für ausländische Anleger sei "kein klassisches Wiener Thema", eher eines von Geldinstituten in westösterreichischen Grenzgebieten.

"Besonders taugen tut das den Leuten aber nicht", so die Erste-Vorstände. Auch sie mussten dazu "einige Kundengespräche führen". Nicht eben vertrauensbildend laufe zudem die politische Diskussion um Sparer-Selbstbehalte.

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