© Erste Bank Wien

Wirtschaft
03/01/2012

Erste holt sich 1,1 Mrd. bei EZB

Die EZB hat heute billiges Geld verteilt. Die Erste Bank hat sich 1,1 Mrd. Euro geholt - nach 3 Mrd. im Dezember.

Die Erste Group hat sich nach Angaben von Konzernchef Andreas Treichl mit 1,1 Mrd. Euro an dem heute Vormittag aufgelegten neuen Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank (EZB) bedient. Zusammen mit 3 Milliarden vom Dezember-Tender seien es für Erste und Sparkassen damit 4 Mrd. Euro, die solcherart genutzt würden.

Treichl sieht damit zusätzliche Flexibilität in der Refinanzierungspolitik, wie er in der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch erklärte. Weil die Bank zuletzt das Nicht-Kerngeschäft stark reduziert habe, sei auch der Refinanzierungsbedarf gesunken. 2012 stünden rund 5 Mrd. Euro an Rückzahlungen an.

Treichl sieht mit den Geldspritzen der EZB im wesentlichen Zeitgewinne verbunden. Die Schuldenkrisen und strukturellen Probleme in Europa würden damit nicht gelöst. Dass trotz der riesigen Summen billigen Geldes die Inflation nicht steigt, liegt für ihn an der weiterhin mageren gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.

718,9 Mio. Euro Jahresverlust

Die Erste Group hat das Jahr 2011 mit hohem Verlust beendet. Weil im 3. Quartal riesige Abschreibungen auf Ostbanken, Staatspapiere und Credit Default Swaps angefallen waren, hatte es damals 1,5 Mrd. Euro Verlust gesetzt. Im Schlussquartal gab es aber wieder einen Gewinn von 254,1 Mio. Euro. Somit schloss das Jahr 2011 mit einem Nettoverlust von 718,9 Mio. Euro. Im Jahr davor hatte es einen Gewinn von 878,7 Mio. Euro gegeben. Eine Dividende für die Aktionäre gibt es für 2011 nicht.

Erste-Chef Andreas Treichl teilte mit, dass auch die Erfüllung der strengen Kapitalvorgaben der europäischen Aufsicht EBA in Sicht ist. "Wir sind am besten Weg, die von der EBA geforderte Eigenkapitalquote von 9% per Ende Juni 2012 und darüber hinaus zu erfüllen", so der Erste-Chef. Ende 2011 lag die Eigenkapitalquote bei 8,9 Prozent. Die Kapitallücke sei per Jahresende schon von 743 auf 166 Mio. Euro verringert worden.

Abschreibungen im Herbst

Schon im Herbst hat die Erste den ganzen noch bestehenden Firmenwert der Ungarn-Tochter in Höhe von 312,7 Mio. Euro abgeschrieben. Bei der rumänischen Tochterbank BCR samt dortiger Töchter sah sich die Erste zu einer außerordentlichen Abschreibung des Firmenwerts in Höhe 699,2 Mio. Euro gezwungen - ebenfalls im 3. Quartal. Noch immer zweistellig war der Millionenverlust der Banktochter in der Ukraine, sie hat den Verlust in Jahresfrist aber um mehr als ein Drittel von 37,5 auf 23,1 Mio. Euro reduziert.

Deutlich höhere Gewinne wies die tschechische Tochter Ceska Sporitelna aus, die netto 456,3 (Vorjahr: 379) Mio. Euro lieferte. In der slowakischen Tochter Slovenska Sporitelna wuchs der Nettogewinn von 136,5 auf 173,2 Mio. Euro. In Kroatien werden 43,5 (36,7) Mio. Euro Nettoüberschuss ausgewiesen und in Serbien 3,5 (1) Mio. Euro.

Für die Erste Bank Österreich wird ein Gewinnanstieg um 6,5 Prozent auf 177,6 Millionen gemeldet. Die Ergebnissparte Haftungsverbund brachte es auf einen kleinen Gewinn von 6 Millionen, nach 5,5 Millionen Euro Verlust im Jahr davor.

Mehr zum Thema

  • Hintergrund

  • Hintergrund

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.