Kommentar
08/26/2020

Erfolgreiche Kampagne gegen die Zuckerrübe

Der Streit um den Zuckerrübenanbau ist eskaliert. Leidtragende sind die heimischen Agrarier.

von Andreas Anzenberger

Jetzt hat das fröhliche Kampagnisieren in der Agrarpolitik vorerst ein Ende gefunden. Die SPÖ ist tief betrübt über den Verlust der Arbeitsplätze in der Zuckerfabrik Leopoldsdorf. Nun soll ein „runder Tisch“ mit der Landwirtschaftsministerin die Lösung bringen. Wenn du nicht mehr weiterweißt, dann gründe einen Arbeitskreis.

Dass die SPÖ mit ihren Rufen nach einem Verbot von Pflanzenschutzmitteln für die Schließung der Zuckerfabrik mitverantwortlich ist, wird beim runden Tisch eher kein Thema sein. Die Wahrheit ist nun mal eine Tochter der Zeit.

Um einen Diskurs geht es beim Streit über die Methoden der Landwirtschaft schon lange nicht mehr. Die EU hat vergangene Woche erneut klargestellt, dass ein nationales Totalverbot von Glyphosat vor dem Auslaufen der Zulassung im Jahr 2022 nicht legal ist. Global 2000 und die SPÖ behaupten weiterhin das Gegenteil. Man darf das nicht als verzerrte Wiedergabe der Position der EU abwerten. Heute nennt man diesen Zugang zur Wirklichkeit „alternative Fakten“. Man wirft die PR-Maschine an und denunziert die politische Konkurrenz als Brunnenvergifter.

Die PR-Profis haben es auch tatsächlich geschafft, das Niveau der Debatte über den Agrarbereich auf das intellektuelle Niveau von Aluhutträgern und Verschwörungstheoretikern abzusenken. Wer glaubt, dass man Glyphosat vor 2022 vollständig verbieten kann oder dass Zuckerrübenanbau in großer Menge ohne Pflanzenschutzmittel möglich ist, der sollte auch davon ausgehen, das Kondensstreifen am Himmel ein Beleg für die kontrollierte Vergiftung der Menschheit sind.

Dagegen hilft angeblich das Tragen von Aluhüten. Als Schutz vor Werksschließungen hat sich der Aluhut bislang allerdings noch nicht durchgesetzt.

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