Erdrutsche, Krankheiten: Regenfälle bedrohen Kaffee aus Brasilien

Starke Niederschläge auf Arabica-Plantagen begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten und beeinträchtigen die Ernte - mit Folgen für den Kaffeepreis.
An drone view over an urban coffee plantation in Sao Paulo,  Brazil

Zusammenfassung

  • Starkregen bedroht laut Studie zunehmend die Kaffeeproduktion in Brasiliens Hauptanbaugebiet Minas Gerais und begünstigt Krankheiten auf Arabica-Plantagen.
  • Extreme Wetterereignisse haben bereits zu einem Rückgang der brasilianischen Kaffeeproduktion um 15 bis 20 Prozent und steigenden Weltmarktpreisen geführt.
  • Forscher warnen, dass mit fortschreitender Erderwärmung die Intensität von Starkregen weiter zunimmt und die Verwundbarkeit der Anbauregionen steigt.

Heftiger Starkregen bedroht laut einer Studie zunehmend die Kaffeeproduktion im weltweit größten Anbauland Brasilien. Die starken Niederschläge könnten auf Arabica-Plantagen im Bundesstaat Minas Gerais die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen und die Ernte beeinträchtigen, heißt es in einer Analyse der Forschungsinitiative World Weather Attribution.

Ende Februar hatten extreme Regenfälle in der Region schwere Erdrutsche ausgelöst. Nach Angaben der Behörden kamen 72 Menschen ums Leben. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In der Stadt Juiz de Fora war der Februar nach Regierungsangaben der niederschlagsreichste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die verheerenden Erdrutsche seien ein Vorgeschmack auf künftige, heftigere Starkregenereignisse, die mit der Erderwärmung zunehmen würden, warnen die Wissenschafter der World Weather Attribution.

Brasilien größter Kaffeeproduzent

Minas Gerais im Südosten Brasiliens ist das Zentrum der brasilianischen Kaffeeproduktion und wichtigster Produzent von Arabica-Kaffee. Brasilien ist insgesamt der größte Kaffeeproduzent der Welt. Bereits in den vergangenen Jahren habe extremes Wetter zu einem Rückgang der Kaffeeproduktion um 15 bis 20 Prozent geführt und die Weltmarktpreise steigen lassen, heißt es in der Analyse der World Weather Attribution.

Die Forschungsinitiative untersucht regelmäßig nach Extremwetterereignissen den Einfluss des Klimawandels. Für die jüngsten Niederschläge in Brasilien konnten die Forscher keinen eindeutigen Einfluss nachweisen. Sie warnen jedoch, dass die Intensität solcher Regenfälle um schätzungsweise mindestens sieben Prozent zunehmen werde, wenn sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,6 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmt.

"Das Ausmaß dieser Tragödie ist immens und zeigt, wie verwundbar unsere Hanggemeinden sind, während sich der Planet weiter erwärmt", sagte die Klimaforscherin Regina Rodrigues von der brasilianischen Universität Santa Catarina.

Den Vereinten Nationen zufolge steuert die Erde mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung zu. Würden die Staaten alles umsetzen, was sie sich in ihren nationalen Klimaschutzplänen vorgenommen haben, wäre der Berechnung zufolge bis Ende des Jahrhunderts mit 2,3 bis 2,5 Grad Erwärmung zu rechnen.

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