Wien Energie braucht "dringend finanzielle Unterstützung"

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Der von der Bundesregierung überraschend einberufene Energiegipfel lieferte am Sonntagabend einen Knalleffekt. Es geht um immer höher werdende Sicherheitsleistungen am Energiemarkt.

Überraschend wurde er von der Bundesregierung einberufen, der Energiegipfel am Sonntagabend. Überraschend ist auch eine Meldung, die sich aus der Krisensitzung ergeben hat.

Wien-Energie-Chef Michael Strebl hatte beim Gipfel unangenehme Nachrichten im Gepäck: Der Energieversorger Wien Energie sei durch die anhaltende Teuerung am Strommarkt selbst in Turbulenzen geraten. 

Der Konzern selbst betont aber via Twitter: "Wien Energie ist nicht insolvent oder pleite." Um die Versorgung sicherzustellen, führe Wien Energie Handelsgeschäfte an Energiebörsen durch. Dabei müsse das Unternehmen – wie alle Börsenteilnehmer – Sicherheitsleistungen hinterlegen. "Aufgrund des am Freitag abermals europaweit explodierten Strompreises steigen diese erforderlichen Sicherheitsleistungen unvorhergesehen an", heißt es weiter. Man versichert: "Die Sicherheiten kommen zurück, sobald die Handelsgeschäfte abgewickelt werden."

Wien Energie und Wiener Stadtwerke seien "solide, wirtschaftlich gesunde Unternehmen mit bester Bonität".

Brunner: "Bereit, zu helfen"

Wie auch die "ZiB 2" berichtet, geht es bei den Sicherheitsleistungen um rund 1,7 Milliarden Euro. Inwieweit der Bund hier helfend einspringt, war unter anderem Thema der Sitzung.

Finanzminister Magnus Brunner bestätigte in der "ZiB 2", dass die Wien Energie am Wochenende an die Bundesregierung herangetreten sei, "mit der dringenden Bitte, sich zu treffen". In der abendlichen Sitzung habe der Wiener Energieversorger seine "finanzielle Notlage" nähergebracht und berichtet, "was die Problemstellungen sind und dass sie dringend Unterstützung brauchen".

Es gelte nun über Nacht, Details zu klären. Wie Brunner erklärte, gehe es darum, "was die Stadt Wien als Eigentümerin beitragen kann, und was dann von der Bundesregierung erwartet wird".

Er versicherte: "Wenn es die Bundesregierung braucht, sind wir natürlich bereit zu helfen."

Des Weiteren sei vonseiten Wien Energie versichert worden, dass die Versorgungssicherheit gegeben sei.

Für Wien nehmen neben der Wien Energie die Wiener Stadtwerke an dem Energiegipfel teil, aber kein Vertreter der Stadtregierung. Von Regierungsseite sind neben Kanzler Karl Nehammer auch Finanzminister Brunner, Wirtschaftsminister Martin Kocher und Energieministerin Leonore Gewessler anwesend. Weitere Teilnehmer: Verbundchef Michael Strugl und E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch.

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