© Elephantskin

01/27/2021

ElephantSkin: Corona-Hype um Handschuh-Start-up

Antiviraler Baumwoll-Handschuh aus Österreich wurde schon mehr als eine Million Mal verkauft. Firma expandiert rasant.

von Anita Staudacher

Wenn es so etwas wie exaktes Timing für eine Innovation gibt, hat es der ehemalige Fußballprofi Raphael Reifeltshammer punktgenau getroffen. Seine recht simple Produktidee – eine nachhaltige Alternative zum Gummi-Einweghandschuh – entstand im April des Vorjahres, mitten im ersten Corona-Lockdown. Er gründete eine Firma und begann mit dem Verkauf. Was danach geschah, klingt fast schon wie ein kleines Corona-Märchen... 

„Nein, wir sind kein Corona-Start-up“ beginnt Reifeltshammer das Gespräch mit dem KURIER, so als müsste er sich verteidigen, „wir sind Corona-unabhängig“. Drei Viertel der Menschen würden auch nach der Pandemie Schutzmaßnahmen gegen Viren und Bakterien ergreifen. Erst vor wenigen Monaten gründete Reifeltshammer gemeinsam mit Partner Ingomar Lang das Start-up Susta Sustainable Merchandise Handels GmbH und vertreibt mit Silberionen behandelte Baumwollhandschuhe unter der Marke „ElephantSkin“. Das ehrgeizige Ziel: „Überall dort, wo jetzt Plastikhandschuhe hängen, soll ElephantSkin hängen.“

30.000 Geschäfte

Seit der Produkteinführung im Dezember geht es mit dem Start-up steil nach oben. Für viele Händler kam der Handschuh zur richtigen Zeit, weil die Nachfrage nach Hygieneartikeln sprunghaft anzog. Lebensmittelhändler und Diskonter wie Aldi Nord und Süd oder Müller in Deutschland schlichteten die Innovation ebenso in ihre Regale wie Bipa, Metro, Hofer und Merkur in Österreich.

Mittlerweile ist der Handschuh in mehr als 30.000 Geschäften in acht Ländern – mit Tschechien sind es demnächst neun – erhältlich und wurde laut Firmengründer mehr als eine Million Mal verkauft. Auch bei Amazon sind die Austro-Handschuhe seit kurzem erhältlich. Demnächst ist der Markteintritt in die USA sowie den Emiraten geplant. 

Der Stückpreis beträgt 12,95 Euro. Der Umsatz liegt aktuell „im sehr guten siebenstelligen Bereich“. Exakte Zahlen verrät Reifeltshammer nicht, nur „irgendwo zwischen fünf und zehn Millionen Euro“. Das Unternehmen sei „von Anfang an ertragreich“ gewesen, was für ein Start-up außergewöhnlich ist. Susta beschäftigt derzeit fünf Mitarbeiter in Wien. Weitere Vertriebsmitarbeiter werden noch gesucht. Demnächst sollen Fitness- und Arbeitshandschuhe folgen.

Made in Europe

Produziert wird in großer Stückzahl bei zwölf Partnerfirmen in Portugal und Italien, die aufgrund der Pandemie große Auftragseinbrüche hatten und die Österreicher mit offenen Armen empfingen. „Wir haben alles aus eigener Tasche vorfinanziert“, erzählt Reifeltshammer, der schon Erfahrung mit einem Sonnenbrillen-Start-up hat. Weil das Geschäft gerade so gut läuft, sucht er auch keine Investoren – obwohl ihm diese die Türe einrennen –, sondern eher strategische Partner.

Die Idee zur „Elefantenhaut“ hatte er, als er einen Artikel zur „Renaissance der Handschuhe“ las. Die verwendete Technologie sei mit einer Imprägnierung vergleichbar, nur werde kein Wasser abgewiesen, sondern Viren und Bakterien reduziert. Das funktioniere durch die Silberionen, die die Zellteilung verhindern. Angeblich kann der Handschuh 30-mal gewaschen werden, ohne an Wirkung zu verlieren. Der Name „ElephantSkin“ soll an die dicke Haut eines Elefanten erinnern – und wohl auch an den Babyelefanten, der ja seit Kurzem ein Stück größer geworden ist.

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