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Kommentar
03/16/2021

Ein Brief an Lenzing

Die aktuelle Werbe-Kampagne der Lenzing AG dreht sich um die ökologische Zukunft der Welt. Doch auch der Konzern handelte unethisch.

von Wolfgang Unterhuber

„A letter to a child“ heißt die aktuelle Werbe-Kampagne der Lenzing AG. Beschäftigte des Unternehmens schreiben darin einen Brief an ihre Kinder, in welchem sie sich große Sorgen um die – ökologische – Zukunft der Welt und ihrer Sprösslinge machen.

Die Botschaft der perfekt gestylten Aufnahmen ist klar: Lenzing ist cool. Kleinkinder und die Manager bei Lenzing haben ja etwas gemeinsam: Sie glauben, dass sie nicht gesehen werden, wenn sie die Augen zumachen. Lenzing ist ja Mehrheitseigentümer bei der Hygiene Austria. In der Vorwoche hat Lenzing von dort seine Chefs abgezogen. Begründung: Man habe vom Minderheitseigentümer Palmers „keinen vollständigen Zugang zu wichtigen Unterlagen erhalten“ und könne „die beabsichtigte forensische Arbeit zur Aufarbeitung der Vorgänge (...) in der erforderlichen Qualität“ nicht umsetzen.

Übersetzt heißt das: Wir schleichen uns jetzt und können nicht helfen, weil der Räuber Hotzenplotz in unserer Masken-Firma wichtige Dokumente versteckt hat. Die Erste Asset Management hat gestern die Lenzing-Aktie aus allen nachhaltigen Fonds gestrichen. Weil Lenzing in der Affäre unethisch handle. Die Beschäftigten bei Lenzing sollten rasch Briefe an ihre Manager und Aktionäre schreiben.

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