Wirtschaft
27.03.2018

EasyJet nicht an Kooperation mit Laudamotion interessiert

EasyJet-Manager Haagensen nimmt den gemeinsamen Start von Laudamotion und Ryanair in Berlin gelassen.

Der britische Billigflieger EasyJet wird - im Gegensatz zu Eurowings - keine Flugzeuge samt Personal von Laudamotion mieten. Eine solche Kooperation sei für EasyJet kein Thema, EasyJet habe in Berlin zwar Bedarf, vorübergehend Kapazität extern anzumieten, Laudamotion sei aber keiner der Partner, sagte EasyJet-Manager Thomas Haagensen in einem am Dienstag veröffentlichten APA-Interview.

EasyJet ist ähnlich wie der Lufthansa-Billigflieger Eurowings gerade dabei die Marktlücke in Berlin nach der Pleite der Niki-Mutter Air Berlin zu füllen, nachdem sich die Briten im Insolvenzverfahren Start- und Landerechte gesichert hatten. Zwischen Wien und Berlin gibt es bis zu acht EasyJet-Flüge täglich.

Dass der Niki-Nachfolger Laudamotion mit Ryanair im Rücken nun ebenfalls in Berlin durchstartet, nimmt Haagensen gelassen. "EasyJet wird weiterhin die Nummer eins in Berlins Hauptstadt sein. Daran ändert sich nichts", sagte Haagensen. Dass Niki Lauda neben Ryanair auch mit EasyJet über einen Verkauf verhandelte, kommentierte Haagensen nicht.

Österreich profitiert indirekt

Von der EasyJet-Expansion in Berlin und Europa profitiert indirekt auch Österreich, denn wegen des Brexits hat EasyJet eine eigene EU-Tochter namens EasyJet Europe gründet. Diese hat den Sitz in Österreich. Heuer soll in Wien ein Büro mit zehn bis 20 Mitarbeiter aufgebaut werden. Die Europa-Flotte EasyJets wird zur Gänze in Österreich registriert sein; aktuell sind es 60 Flugzeuge, sie soll aber auf 130 anwachsen. Dafür muss EasyJet an Austro Control und Staat Gebühren und Steuern abführen. Haagensen lobte in diesem Zusammenhang die Flugsicherungsbehörde, sie sei der Grund, warum man sich bei der Europa-Tochter für Österreich entschieden hat.

EasyJet hat 2017 rund 1,1 Millionen Passagiere von und nach Österreich befördert, heuer sollen es 1,5 Millionen werden. Eine eigene Basis in Wien sei aber nicht in Planung, sagte Haagensen.